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Gut, dass wir schwitzen!

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svz.de von
erstellt am 16.Aug.2012 | 10:36 Uhr

Ein schwüler Sommertag,­ schweißtreibende Hitze: Wer sich da nicht mit einem Deodorant gewappnet hat, fängt schnell an zu miefen, denn vor Schweißgeruch ist niemand sicher. Doch warum riecht ein verschwitzter Erwachsener überhaupt so unangenehm und wie schafft es ein Deodorant, diesen Effekt eine Zeit lang zu verhindern?

Es gibt zwei Arten von Schweißdrüsen. Sie heißen in der Fachsprache ekkrine und apokrine Schweißdrüsen.

Erstere produzieren den Schweiß, der Wasser und Salze enthält und den Körper kühlt. Das ist sehr wichtig, denn so schützt er sich vor Überhitzung. Die zwei bis vier Millionen Schweißdrüsen in unserer Haut sondern dazu täglich je nach Kühlungsbedarf zwischen einem halben bis hin zu mehreren Litern Schweiß ab. Die Flüssigkeit verdunstet auf unserer Haut und senkt dadurch die Körpertemperatur.

Die apokrinen Schweißdrüsen sind anders als die ekkrinen nicht über den gesamten Körper verteilt, sondern sitzen vor allem in der Leistengegend und den Achselhöhlen. Sie werden auch Duftdrüsen genannt. Ihr Sekret ist im Wesentlichen für den Schweißgeruch verantwortlich. "Frischer Schweiß hat gar nicht diesen typischen Schweißgeruch", sagt Hautarzt Daniel Schäfer. Die eigentlichen Stinker sind nämlich Bakterien, die auf unserer Haut leben. Sie zersetzen die im Schweiß enthaltenen Fette und Eiweiße. Erst die Abfallprodukte, die dabei entstehen, müffeln.

Deodorants setzen den Hebel bei den Verursachern an: "Sie enthalten Wirkstoffe, die das Bakterienwachstum hemmen, so dass sie erst gar keinen Geruch produzieren können", sagt Daniel Schäfer. Außerdem überdecken oft Parfüms in den vielen unterschiedlichen Produkten unerwünschte Körpergerüche.

Das grundlegende Prinzip des Deodorants nutzen Menschen übrigens schon sehr lange. Gut riechen wollten beispielsweise auch schon die alten Ägypter. Sie nutzten bestimmte Salze gegen Schweiß.

Neben den eigentlichen Deodorants gibt es auch noch so genannte Antitranspirants. Sie blockieren die Schweißbildung schon von Anfang an: "Sie enthalten Substanzen, die Schweißdrüsen verengen, damit sie weniger Schweiß produzieren", sagt Daniel Schäfer. Damit entziehen sie den Bakterien ihre Lebensgrundlage und sorgen nebenbei für Trockenheit. Oft findet sich auch eine Kombination aus beiden Wirkungsweisen in Produkten zur Unterdrückung von Körpergeruch.

Wenn Kinder schwitzen, riechen sie normalerweise nicht. Denn die apokrinen Schweißdrüsen, aus deren Sekret Bakterien den Stinkegeruch produzieren, werden in der Regel erst in der Pubertät aktiv.

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