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Wissen : Gestatten: Der Blob

So sieht der Blob aus.
So sieht der Blob aus.

Gelb und schwabbelig – der Schleimpilz mit dem lustigen Spitznamen ist ein schlauer Futterfinder.

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13. März 2020, 15:41 Uhr

Er kann sich fortbewegen, obwohl er keine Beine hat. Sogar bis zu vier Zentimeter in der Stunde! Er hat kein Gehirn, trotzdem geht er bei der Suche nach Nahrung ganz schön clever vor. Er ist kein Tier und auch keine Pflanze. Und auch ein Pilz ist er nicht, auch wenn er Schleimpilz heißen mag. Doch was ist das bloß für ein seltsames Lebewesen, das Forscher oft nur Blob nennen?

„Auch wenn er Schleimpilz genannt wird, hat der Blob mit den herkömmlichen Pilzen gar nichts zu tun“, erklärt der Biologe Marco Thines. Stattdessen gehört er zu den Amöben. Das sind Lebewesen, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen! Im Vergleich: Der Körper von uns Menschen besteht aus vielen Millionen Zellen.

Während unsere menschlichen Zellen winzig klein sind, kann die einzelne Zelle des Blobs riesengroß werden. Und das funktioniert so: In der Riesen-Zelle schwimmen superviele Zellkerne herum. Das ist etwas Besonderes, denn eigentlich hat jede Zelle nur einen einzigen Zellkern. Der Blob aber hat ganz viele.

„Normalerweise ist jeder Zellkern mit dem umgebenden Zellplasma von einer dünnen Haut oder Wand umgeben und dadurch von anderen Zellkernen getrennt“, erklärt der Experte. Weil beim Blob diese Abgrenzungen fehlen, können die Zellkerne und das Zellplasma frei herumwabern.

Für Forscher ist der Blob interessant, denn er zeigt ein besonderes Verhalten bei der Nahrungssuche. „Er geht dabei extrem effizient vor“, erzählt Marco Thines. Das bedeutet, der Blob nimmt immer den kürzesten Weg zum Futter. Das haben Forscher unter anderem mithilfe eines Irrgartens herausgefunden. Am Ausgang war Futter versteckt. Um an dieses heranzukommen, nahm der Blob den kürzesten Weg durch den Irrgarten. Und noch etwas kann der Blob: Er steuert immer auf die größere Nahrungsquelle zu. Wenn man zum Beispiel zwei Pilze als Futter auslege, dann steuere der Blob immer auf den größeren Pilz zu, so der Fachmann. Er entscheidet sich also immer für die größere Menge an Futter. Wie er das genau anstellt, versuchen Forscher noch herauszufinden.

Autorin: Stefanie Paul, dpa

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