Meisterwerke berühmter Künstler : Geheimnisse der Gemälde

Dieses Bild sah am Anfang anders aus. Der Maler hat lange herumprobiert, wie die Frau stehen soll.
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Dieses Bild sah am Anfang anders aus. Der Maler hat lange herumprobiert, wie die Frau stehen soll.

Alte Bilder können viel über die Zeit erzählen, in der sie entstanden sind / Wissenschaftler machen das sichtbar

svz.de von
23. Juni 2016, 14:22 Uhr

Die Gemäldegalerie in Berlin. Hier können die Besucher viele alte Meisterwerke berühmter Künstler bestaunen. Was viele nicht wissen: Unter der Oberfläche einiger Bilder schlummern Geheimnisse, die man nicht sieht. Sie erzählen etwas über die Maler und deren Arbeit. Mithilfe der Wissenschaft kann man diese Geheimnisse sichtbar machen.

Zum Beispiel bei Bildern von Rembrandt, einem niederländischen Maler. Er lebte vor mehr als 300 Jahren. Er hat oft lange an einem einzigen Bild gearbeitet. Dabei malte er zum Beispiel Personen hinzu oder andere über. Diese eigentlich unsichtbare Entstehungs-Geschichte seiner Bilder decken Wissenschaftler heute nach und nach auf. Wie das geht?

Unter anderem mit einer komplizierten Technik. Sie heißt Neutronen-Auto-Radiografie. „Dabei werden die Gemälde mit winzigen Teilchen bestrahlt, mit Neutronen“, erklärt Fachfrau Claudia Laurenze-Landsberg. Die Bestrahlung sorgt dafür, dass die einzelnen Farben des Bildes selbst anfangen, Strahlung auszusenden. Auch die Farben, die unterhalb der oberen, sichtbaren Farbschicht verborgen sind.

Diese Farben kann man nun mithilfe eines lichtempfindlichen Materials sichtbar machen: mit einem Film. Solche Filme kennst du vielleicht aus alten Fotoapparaten. Die Experten legen nun eine große Film-Schicht auf das Bild. Die Strahlung der Farben trifft auf das lichtempfindliche Material und verändert es. Man sagt auch: Der Film wird belichtet. Das Bild wird sozusagen darauf gespeichert. Entwickelt man danach die Filme, sieht man die belichteten Bereiche als dunkle Stellen. Jede Farbe strahlt zu einem anderen Zeitpunkt. Zuerst die braunen Töne. Danach leuchten die grünlichen Töne und belichten den nächsten Film. Danach die blauen Farbtöne, dann die gelblichen und so weiter.

Vergleicht man am Ende die Filme, kann man sehen, wie der Maler sein Bild entwickelt hat. Man erkennt vielleicht Figuren oder Tiere, die auf dem fertigen Bild gar nicht mehr vorhanden sind. Oder man erfährt, dass der Maler bestimmte Teile des Bildes ursprünglich in anderen Farben gemalt hatte.

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