Gewichte : Ganz schön vermessen

Heute kann man sein Gewicht mit einer Waage messen.
Heute kann man sein Gewicht mit einer Waage messen.

Elle, Scheffel, Fuder: Früher gab es andere Maße und Gewichte als heute.

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20. März 2016, 23:19 Uhr

In früheren Zeiten war es gar nicht so einfach, Dinge richtig zu messen oder zu wiegen. In den Königreichen und Fürstentümern richtete man sich stets nach den Körperteilen des jeweiligen Herrschers. So wurden Maße wie Elle (Ellbogen bis Mittelfingerspitze), Fuß oder Spanne zwar überall benutzt, aber sie waren auch überall unterschiedlich lang. Seit der Antike gab es diese Art zu messen, sogar bis ins 19. Jahrhundert hinein. In alten Märchen kommen die Maße oft noch vor.

Mit den Gewichten oder Flächenmaßen war es nicht anders. Wir könnten heute mit Rute, Scheffel, Zoll, Klafter, Finger, Fuder, Quentchen, Lot und Unze nichts mehr anfangen. Könnt ihr euch vorstellen, wie schwierig es war damit Handel zu treiben? Ständig musste alles umgerechnet werden. Außerdem wurde man oft betrogen. Etwas Einheitliches war dringend nötig.

Der französische Nationalkonvent (Volksvertretung) beschloss am 7. April 1795 die Einführung des metrischen Systems. Also eine Ordnung, in der alles auf dem Meter beruhte. Das Wort kommt vom griechischen Begriff: metron für Maß.

Doch wie legt man die Länge fest, unabhängig von Körpergrößen? Zwei Astronomen (Sternenforscher) wurden 1791 losgeschickt, um zu vermessen, wie groß der Erdball ist. So wollte man den Erdumfang errechnen. Der zehnmillionste Teil der Strecke vom Nordpol bis zum Äquator, sollte von nun an als Maß für einen Meter Länge gelten. Man fertigte aufgrund der Berechnungen einen „Urmeter“ aus dem edlen Metall Platin an. Dieser Urmeter liegt bis heute in einem Tresor bei Paris. Heute weiß man, dass sich die beiden Astronomen ein wenig irrten. Denn die Strecke vom Nordpol zum Äquator misst nicht genau 10 Millionen Meter, sondern 2000 Meter mehr. Denn die Erde ist keine glatte Kugel, sondern ausgebeult und an den Polen abgeflacht. Die Forscher wussten das, doch wie damit umgehen? So blieb es bei der Ungenauigkeit beim Urmeter.

Heute muss niemand mehr nach Paris, um einen Meter zu messen. Mithilfe physikalischer Verfahren ermittelt man die genaue Meterangabe. Ein Meter entspricht der Strecke, die das Licht im luftleeren Raum in 1/299 792 458 Sekunden durchläuft. Auch ein Urkilogramm wird in Paris aufbewahrt. Die Gewichte mussten ebenfalls dem metrischen System angepasst werden. Ebenso die Sekunde für die Zeitmessung und das Grad für die Temperatur. Das metrische System beruht auf Dezimalzahlen, einem Zahlensystem, das als Basis die Zahl 10 verwendet.

Autorin: Silvia Friedrich

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