Heute ist Weltflüchtlingstag : Für die Freiheit, für die Liebe

Basel will nicht erkannt werden.
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Basel will nicht erkannt werden.

Auch Basel musste aus Syrien fliehen – nicht nur wegen des Krieges

svz.de von
20. Juni 2016, 07:30 Uhr

Basel lebt in einer Turnhalle. Er ist Mitte 20 und wurde in Syrien geboren. Viele Syrer sind in letzter Zeit nach Deutschland gekommen. In ihrer Heimat herrschen Krieg und Gewalt. Deshalb suchen sie hier Schutz.

Die Flüchtlinge werden oft in Heimen oder auch Turnhallen untergebracht. In der Halle von Basel haben sie Bettlaken aufgehängt. So schaffen sie kleine Räume für sich. Basel sitzt auf einem Sofa, das ihm Menschen gespendet haben.

Basel ist vor dem Krieg in Syrien geflohen. Aber er hatte auch noch einen anderen Grund: Er ist schwul. Man nennt das auch homosexuell. Das heißt, er liebt Männer und nicht Frauen.

Anders als bei uns müssen schwule Männer in Syrien fürchten, wegen ihrer Liebe Probleme zu bekommen. Viele Leute verachten Menschen wie Basel. Es gibt sogar welche, die schwule Männer bedrohen oder verprügeln. Die Abneigung der Leute hat mit alten Regeln und Vorstellungen in dem Land zu tun. Viele Menschen dort finden: Es gehören nur Mann und Frau zusammen.

Es war für Basel schwierig, in Syrien zu leben und Männer zu lieben. Er war in seinen besten Freund verliebt. Eines Tages küssten sie sich, als sie Hausaufgaben machten. Basel hatte Angst, dass sie jemand sehen würde. Irgendwann zog Basels Freund fort und sie trennten sich. Basel verliebte sich wieder und diesmal war die Liebe noch stärker. Er und der andere Mann wurden ein Paar. Aber niemand durfte sie sehen.

In Syrien herrschte zu dieser Zeit schon Krieg. Im Jahr 2013 kam Basels Freund ums Leben. Basel war traurig. Er beschloss, aus Syrien zu fliehen. Er wollte nicht im Krieg leben – und er wollte frei sein. Basel wanderte mit anderen aus. Die Flucht führte sie durch die Länder Libanon, Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Österreich bis nach Deutschland. Er fuhr mit Schiffen, Bussen und ging weite Strecken zu Fuß. Im August letzten Jahres war er aufgebrochen, im November erreichte er Deutschland.

In Deutschland nahm man ihn auf und teilte ihm einen Platz in einer Turnhalle zu. Über das Internet lernte er einen Mann kennen, der auch Männer liebt. Sie wurden Freunde. Für Basel ist das sehr wichtig. Der deutsche Mann sagte ihm, dass schwule Männer in Deutschland von den meisten Menschen respektiert werden. Basel ist froh, dass er seinen deutschen Freund hat. Der versteht ihn.

Das hilft ihm dabei, das Leben in der Turnhalle zu ertragen. Dort leben auch andere Menschen aus Syrien. Manche von ihnen mögen schwule Männer nicht. Oft reden sie schlecht darüber. Manche bedrohen die homosexuellen Männer sogar oder greifen sie an. Aber natürlich sind nicht alle Menschen aus Syrien so.

Basel will sich bald eine eigene Wohnung suchen und Arbeit. Er hofft, dass er dann endlich frei leben kann.

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