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Messen : Frau Cremer und das Wetter

Rita Cremer sammelt Daten über das Wetter. Ihre Familie macht das schon lange.
Rita Cremer sammelt Daten über das Wetter. Ihre Familie macht das schon lange.

Für eine Wettervorhersage braucht man jede Menge Daten. Einige davon liefert Rita Cremer – ehrenamtlich.

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18. August 2020, 16:49 Uhr

Rita Cremer sitzt in ihrem Esszimmer, vor ihr steht ein Computer. Sie klickt durch ein Programm. Zahlen, Tabellen und Kurven tauchen dort auf. „Hier kann man zum Beispiel die Temperatur sehen“, sagt sie und zeigt auf den Bildschirm.

In zwei Meter Höhe sind es schon 25 Grad Celsius – und das um erst kurz nach 10 Uhr. Unten am Boden, in fünf Zentimeter Höhe, ist es noch heißer: Da sind es schon 28,3 Grad! Sogar die Temperatur in der Erde wird gemessen. In fünf Zentimeter Tiefe zeigt das Thermometer 20,5 Grad Celsius an! „Da sieht man mal, was die Pflanzen aushalten müssen“, sagt Frau Cremer. Dann klickt sie weiter zum Punkt Niederschlag und sieht: seit Tagen kein Tropfen Regen.

Rita Cremer lebt in einem kleinen Dorf. Sie betreibt dort einen Bauernhof mit Milchkühen. Ehrenamtlich beobachtet sie außerdem für den Deutschen Wetterdienst das Wetter. So sind etwa 1800 solcher Wetterbeobachter im Einsatz.

Die Daten, die Frau Cremer gerade am Computer gezeigt hat, stammen von der Wetterstation unten im Hof. Auf dem Weg dorthin erzählt sie, wie lange ihre Familie schon das Wetter beobachtet. „Mein Ur-Ur-Großvater fing vor rund 130 Jahren mit einer Regen-Messstation an“, sagt sie. Und dann sei es von Generation zu Generation weitergegangen. Wenn die Familie umzog, zog auch die Wetterstation mit. Im Laufe der Jahre kamen dann immer mehr Messgeräte dazu. Vor einigen Jahren wurde zum Beispiel die Windmess-Station erneuert: Das ist ein zehn Meter hoher Mast auf dem Feld hinter dem Haus. Dort werden die Windgeschwindigkeit, die Windrichtung und die Sonnenstunden gemessen.

Rita Cremer geht zu einem umzäunten Stück Wiese. Darauf stehen verschieden Messgeräte, unter anderem zwei Thermometer. Das eine misst in zwei Meter Höhe, das andere direkt über dem Boden und in der Erde. Außerdem werden Niederschlag und Luftfeuchtigkeit gemessen.

Die meisten Daten sammeln die Geräte mittlerweile automatisch. Manches muss Rita Cremer aber nach wie vor selbst messen: Von Oktober bis April schaut sie zum Beispiel jeden Morgen um Punkt 6.50 Uhr, ob Schnee gefallen ist und wenn ja, wie viel. „Früher war das Ganze noch viel komplizierter. Da musste man dreimal am Tag raus, alle Daten notieren und in große Tabellen eintragen“, erzählt Rita Cremer.

Eins macht sie aber nach wie vor: In einer Art Wetter-Tagebuch schreibt sie ihre Beobachtungen auf. Das sind etwa Dinge, die die Messgeräte nicht erkennen: besondere Wolken oder ein Regenbogen.

Autorin: Stefanie Paul, dpa

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