Tierwelt : Flugkünstler in Gefahr

Fledermäuse werden munter, sobald es dunkel wird.
Fledermäuse werden munter, sobald es dunkel wird.

Fledermäuse gibt es seit 50 Millionen Jahren. Jetzt sind sie vom Aussterben bedroht.

svz.de von
28. September 2017, 23:44 Uhr

In der Dunkelheit sieht man sie manchmal in Parks oder in der Nähe alter Gemäuer herumfliegen. Die Rede ist von Fledermäusen. Was da flink durch die Nacht flattert, sind keine Vögel, sondern die einzigen fliegenden Säugetiere auf der Welt. Sie sind bis zu 14 Zentimeter groß, wiegen meist nicht mehr als ein bis zwei Tafeln Schokolade und ernähren sich vorwiegend von Insekten. Es gibt sie seit rund 50 Millionen Jahren. Auf der Erde leben aktuell mehr als 1200 Fledermausarten, davon nur 25 In Deutschland, denn Fledermäuse zieht es in die Wärme der Tropen. Sie haben lustige Namen wie Hufeisennase, Stummeldaumen und Graues Langohr, die ihr Aussehen gut beschreiben.

Die Flugkünstler werden munter, sobald es dunkel wird. Um Nahrung aufzuspüren und um sich beim nächtlichen Fliegen orientieren zu können, geben die Tiere bis zu 200 Mal pro Sekunde Ultraschalllaute von sich. Die Schallwellen der Laute, die für menschliche Ohren unhörbar sind, werden von Objekten und Beutetieren wie ein Echo zurückgeworfen. So weiß die Fledermaus ganz genau, wo sie sich befindet und wo sich ihre Beute aufhält.

Angst braucht man vor ihnen nicht zu haben. Fledermäuse sind friedliche Tiere und beißen nur in einer echten Gefahrensituation – wie jedes andere Wildtier auch. Eine verletzte oder hilflose Fledermaus sollte man deshalb nie mit nackten Händen anfassen, da sie sich aus Angst mit ihren Zähnen verteidigen wird.

Am liebsten verstecken sich Fledermäuse auf Dachböden, hinter Fensterläden und zwischen Dachziegeln, denn sie lieben Mauerspalten und Hohlräume. Ihren Winterschlaf verbringen sie in ruhigen Verstecken und zehren von den Fettreserven, die sie sich im Sommer angefressen haben. Die Tiere kuscheln sich dann eng aneinander, um sich zu wärmen. Während des Winterschlafs wachen sie auch hin und wieder auf, um zu trinken und Harn abzulassen. Das Aufwachen kostet sie viel Energie. Deshalb können zusätzliche Störungen für sie tödlich sein.

Fledermäuse gehören inzwischen zu den am stärksten bedrohten Säugetieren und stehen unter Naturschutz. Sie finden immer weniger Nahrung, weil es durch den Einsatz vieler Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft immer weniger Insekten gibt. Auch die Quartiersuche wird zunehmend schwieriger, weil immer mehr Gebäude saniert und hohle Bäume gefällt werden. Wer ein Haus baut, kann den Fledermäusen zuliebe spezielle Dachziegel und Bausteine verwenden, die ihnen Unterschlupf bieten.

Wenn ihr Fledermäusen helfen wollt, fragt beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) nach. Der berät jeden, der Fledermäusen ein Quartier anbieten möchte, und gibt nützliche Tipps für den Bau eines hölzernen Fledermauskastens.

Autorin: Maren Herbst

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen