Fünf Jahre nach der Fukushima-Katastrophe : „Es zerreißt mein Herz“

Der Tsunami richtete große Zerstörung an.
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Der Tsunami richtete große Zerstörung an.

Am 11. März 2011 erschüttert ein Erdbeben, anschließend ein Tsunami Japan. In einem Atomkraftwerk kommt es zum Gau. Für Eiko Furuyama beginnt damals ein Alptraum.

svz.de von
11. März 2016, 06:00 Uhr

Kurz nach dem Mittagessen begann in Japan ein Alptraum. Die Kinder saßen in der Schule, während die Erwachsenen arbeiteten. Vor der Küste im Nordosten des asiatischen Landes holten Fischer gerade ihre Fänge ein. Doch plötzlich passierte etwas Schlimmes: Ein Erdbeben unter dem Meeresboden löste einen Tsunami aus. Das ist eine gigantische Flutwelle. Die Welle riss an Land mit sich, was ihr im Weg war, etwa Häuser und Autos. Tausende Menschen starben. Das war vor fünf Jahren, am 11. März 2011.

Bei der Katastrophe wurde auch ein Atomkraftwerk beschädigt, das Fukushima Daiichi heißt. Ein Atomkraftwerk ist eine Anlage zum Herstellen von Strom. Beim Herstellen helfen Brennstäbe. In ihnen steckt ein spezielles Material. Um die Stäbe herum muss immer Wasser sein, um sie zu kühlen. Doch nach dem Unglück fingen Brennstäbe an zu schmelzen. Das ist gefährlich, weil dann krankmachende Strahlung entweicht. Noch heute muss jeden Tag viel Wasser in die Gebäude mit den geschmolzenen Brennstäben gegossen werden.

Viele Leute, die früher in der Nähe des Atomkraftwerks wohnten, können noch immer nicht in ihre Häuser zurückkehren. Das wäre wegen der Strahlung zu gefährlich. Manche Orte sind deshalb völlig verlassen. Viele der Menschen, die damals geflohen sind, wohnen noch immer in engen Containern. So wie Eiko Furuyama und ihr Mann Kazuo. Sie sind beide über 80 Jahre alt. „Es zerreißt mein Herz“, sagt die alte Frau und zeigt auf ein Foto ihres früheren Hauses. Sie und ihr Mann hatten bis zum Atomunfall eine große Birnen-Plantage. „Mir kommen die Tränen, wenn ich darüber spreche“, sagt sie.

Früher lebten sie und ihr Mann mit ihrem Sohn zusammen. Nach dem Atomunfall zog der Sohn aber weiter weg in die Stadt Koriyama. Eiko und Kazuo wohnen dagegen in einem Wohncontainer in der Stadt Iwaki.

Der Sohn fand eine neue Arbeit bei einer Transportfirma. Sobald sein neues Haus fertiggebaut ist, wollen seine Eltern zu ihm und seiner Familie ziehen. Dann sind endlich alle wieder zusammen. Ihr altes Bauernhaus mit den Birnenbäumen in der Nähe des Atomkraftwerks soll aber bald abgerissen werden.

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