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Forschung : Eine Welt in Blau und Rosa?

Welche dieser Kinder sind Mädchen und welche Jungen? Und wie kannst du dir da so sicher sein?
Welche dieser Kinder sind Mädchen und welche Jungen? Und wie kannst du dir da so sicher sein?

Im Spielzeugladen wird oft zwischen Sachen für Mädchen und Jungen getrennt . Manche finden das falsch.

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25. März 2019, 15:16 Uhr

In einem Kinderzimmer gibt es Ponys und Märchenschlösser. Im anderen Piraten und Ritterburgen. Manchmal sieht das Spielzeug von Mädchen und Jungen ganz unterschiedlich aus. Und ab und zu auch die Schulsachen. Woran liegt das?

Es gibt Fachleute, die untersuchen, wofür wir uns interessieren und was wir einkaufen. Dabei stoßen sie auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Ältere Leute kaufen oft andere Kleidung als jüngere Leute. Menschen aus Europa mögen anderes Essen als Menschen aus Asien. Und auch zwischen Männern und Frauen beobachten sie ähnliche und verschiedene Hobbys und Geschmäcker.

Firmen, die etwa Kleidung, Kosmetik oder Spielzeug herstellen, wollen solche Dinge genau wissen. Sie glauben: Je besser sie die Wünsche ihrer Kunden kennen, desto mehr Produkte können sie verkaufen. Wenn Hersteller zwischen Produkten für Männer und Produkten für Frauen unterscheiden, dann nennt sich das Gender-Marketing. Dem Gender-Marketing zufolge hätten wir je nach Geschlecht unterschiedliche Wünsche. Und das schon von klein auf.

Spielzeug-Hersteller sagen dann, dass Jungen am liebsten bauen und toben. Während Mädchen lieber basteln und träumen. Sie stecken Rennautos und Astronauten in blaue Verpackungen – und Einhörner und Prinzessinnen in rosa Kisten. Denn sie denken, dass Jungen lieber die Farbe Blau und Mädchen lieber Rosa mögen. Das eine Spielzeug scheint so für Jungs zu sein, das andere für Mädchen.

„Wenn wir in diesen Mustern denken, dann grenzen wir hier Jungen aus und engen dort Mädchen ein“, sagt Almut Schnerring. Sie hält Vorträge über Gender-Marketing und hat dazu ein Buch geschrieben. Almut Schnerring findet die strikte Unterscheidung zwischen den Geschlechtern falsch. „Schließlich gibt es doch auch Jungen, die sich ein Puppenhaus wünschen, und Mädchen, die mit dem Spielzeugauto durch den Kindergarten brausen.“ Natürlich würden Marktforscher beobachten, dass viele Jungen auch mal andere Dinge mögen als die meisten Mädchen. Doch Wissenschaftler haben auch herausgefunden, dass Kinder mit allen möglichen Spielsachen spielen. Ganz unabhängig von ihrem Geschlecht.

Deshalb sagt Almut Schnerring: „Nur damit die Hersteller mehr Spielzeug verkaufen können, sollen Mädchen und Jungen nicht in verschiedenen Welten aufwachsen.“ Kinder sollten sich ihr Spielzeug selbst aussuchen können. Und das wäre zum Beispiel viel leichter, wenn Erwachsene nicht sagen würden: Rosa muss für Mädchen sein und Blau für Jungs.

Autor: Philipp Brandstädter

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