Eine Ritterburg fürs Wasser

<strong>Die schwimmende Ritterburg</strong> ist 50 Meter lang. In den Niederlanden kennt jedes Kind das Museumsschiff. Auch in Deutschland ist die 'Vlotburg' überall dort, wo sie auftaucht, ein Hingucker. <fotos>Karl-Josef Hildenbrand/dpa</fotos>
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Die schwimmende Ritterburg ist 50 Meter lang. In den Niederlanden kennt jedes Kind das Museumsschiff. Auch in Deutschland ist die "Vlotburg" überall dort, wo sie auftaucht, ein Hingucker. Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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09. Juli 2012, 10:15 Uhr

Das Schiff von Lenny Vries macht etwas her: Die roten Zinnen zeichnen sich klar und mächtig vor dem blauen Himmel ab, auf einem der zwei runden Burgtürme steht eine Ritterrüstung, und auf dem Deck wiehern zwei Pferde. Das Schiff ist eine schwimmende Mittelalterburg. Es reist als Museumsschiff umher. In diesem Sommer fährt es durch Franken.

Auf drei Ebenen können die Besucher eine Zeitreise in das Zeitalter der Folter und der Ritterkämpfe machen. Dafür gibt es nicht nur Foltergeräte, Ritterrüstungen, Schwerter und Kampfkeulen zu sehen. An verschiedenen Stationen im Bauch des Schiffes wird auch gezeigt, wie die Menschen früher lebten oder wie sie Leder gegerbt und Flachs gesponnen haben. Die Ausstellung verändert sich jedes Jahr ein bisschen. "Wir bekommen viele Sachen geschenkt und auch Lenny findet immer wieder neue Gegenstände", sagt seine Lebensgefährtin Christel Dattler.

Vor neun Jahren hat sich Lenny Vries das Frachtschiff gekauft. Drei Jahre lang baute der gelernte Elektriker es mit Freunden zu einer Burg um und gab ihr den Namen "Vlotburg". Das ist niederländisch und heißt "Floßburg". Seit 2006 ist er damit auf Flüssen in den Niederlanden, in Belgien und Deutschland unterwegs. "Das war schon immer ein Kindheitstraum von mir", sagt der stets mittelalterlich gekleidete Niederländer.

Winter wie Sommer, 365 Tage im Jahr wohnen er und seine Lebensgefährtin auf dem Schiff. Mit ihnen die beiden Pferde Wodan und Hercules. Wenn die "Vlotburg" in den Städten anlegt, kommen oft ganze Schulklassen.

In den kommenden Monaten führt die Reise Lenny Vries und Christel Dattler durch Franken. Bis Anfang August wird das Wandermuseum in Schweinfurt seine Burgtore öffnen und danach vermutlich weiter über Bamberg in Richtung Regensburg ziehen. Wahrscheinlich ist es ihre letzte Reise durch Deutschland. "Wir sind einfach nicht mehr die Jüngsten. Wir sollten uns endlich eine Heimat suchen, dort mit dem Schiff anlegen und bleiben" , sagt Christel Dattler.

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