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Was ist der placebo-effekt? : Eine Medizin ohne Medizin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gedanken wirken manchmal wie Tabletten und lassen zum Beispiel Schmerzen verschwinden.

Wenn Erwachsene Kopfschmerzen haben, nehmen sie vielleicht eine Tablette. Die soll gegen das Kopfweh helfen. Aber wusstest du, dass nur ein winziger Teil der Tablette gegen die Schmerzen kämpft? Diesen Teil nennt man Wirkstoff. Er lässt die Schmerzen verschwinden. Die Tablette selbst besteht hauptsächlich aus gepresstem Pulver. Sie transportiert den Wirkstoff nur – wie ein Lastwagen einen Anhänger.

Jemand, der sich gut mit Medikamenten auskennt, ist Paul Enck. Er untersucht, wie Medikamente wirken. Deshalb kennt Paul Enck auch eine merkwürdigen Sache: Jemand schluckt eine Tablette gegen Schmerzen, aber diesmal ist kein Wirkstoff drin. Trotzdem kann es sein, dass die Kopfschmerzen verschwinden. Klingt seltsam, oder? Eigentlich kann die Tablette ja nicht wirken.

Es stimmt aber trotzdem. Wenn Menschen nur stark genug daran glauben, dass ein Medikament ihnen hilft, lassen die Schmerzen oft nach. Dafür gibt es einen Namen – Placebo-Effekt (gesprochen: Platzebo). Das bedeutet übersetzt: „Ich werde dir gefallen.“ Paul Enck hat diesen Effekt untersucht. Er weiß, warum Tabletten manchmal auch ohne Wirkstoff helfen.

Dafür sind Erwartungen sehr wichtig. Menschen lernen: Es hilft gegen Kopfschmerzen, wenn sie eine Tablette schlucken. „Haben sie in Zukunft Kopfschmerzen, erwarten sie, dass ihnen auch dann eine Tablette hilft“, sagt Paul Enck. Allein diese Erwartung kann schon dafür sorgen, dass der Körper bestimmte eigene Stoffe ausschüttet. Und diese Stoffe wirken dann gegen die Schmerzen.

Übrigens gilt der Placebo-Effekt nicht nur für Tabletten. Er funktioniert auch mit einer Salbe oder einer Spritze. Solche Placebos werden in Deutschland aber nur in der Forschung benutzt, nicht wenn jemand wirklich krank ist. Zum Beispiel testet man so neue Medikamente.

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