zur Navigation springen

Eine berühmte Kirche hat Geburtstag

vom

svz.de von
erstellt am 22.Okt.2012 | 07:21 Uhr

Es gibt ihn als Bastelpostkarte zum Selberbauen, als Magneten für den Kühlschrank oder als Backform mit Plätzchen-Rezepten. Am Hamburger "Michel" kommt niemand so schnell vorbei. Hoch über dem Hafen begrüßt die St. Michaelis-Kirche mit ihrem charakteristischen Turm und der riesigen Uhr die Schiffe und Besucher der Hansestadt. Mehr als 1,4 Millionen Touristen besichtigen jährlich Norddeutschlands schönste Barockkirche und genießen die traumhafte Aussicht vom Turm.

In dieser Woche feiert der "Michel" sein dreifaches Weihejubiläum: 1762 wurde die zweite große Michaeliskirche geweiht, 1912 die nach dem Brand von 1906 wieder aufgebaute Kirche und 1952 die im Krieg stark beschädigte.

Die Geschichte von St. Michaelis begann um 1600. Wegen der vielen Toten, die von der Pest hinweg gerafft wurden, hatte man außerhalb der Stadt einen Begräbnisplatz mit Kapelle angelegt. Als sich immer mehr Menschen in der Neustadt ansiedelten, baute man eine neue große Kirche, die 1661 eingeweiht wurde. 1750 traf ein Blitz diese erste St. Michaelis-Kirche. Sie brannte bis auf die Grundmauern nieder. Der Senat beschloss einen Neubau und beauftragte damit Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin . Am 19. Oktober 1762 wurde der neue "Michel" eingeweiht, 24 Jahre später der 132 Meter hohe Turm. Doch die Barockkirche sollte noch zweimal zerstört und wiederaufgebaut werden: Am 3. Juli 1906 lösten Kupferarbeiten am Turm einen verheerenden Schwelbrand aus, im Zweiten Weltkrieg trafen 1945 Bomben die prachtvolle Kirche.

Etwas zu tun gibt es immer an dem imposanten Bauwerk: Ende der 70er-Jahre wurden schwere Schäden am Turm festgestellt. Es folgte die Sanierung der Krypta, der Außenfassade und des Kirchenraumes. Dafür musste der "Michel" im Jahr 2009 erstmals in seiner Geschichte sogar für zehn Monate geschlossen werden. In den kommenden Jahren müssen weitere Gebäude um den "Michel" saniert werden. Und auch der Fahrstuhl, der die vielen Touristen zur Aussichtsplattform bringt, muss erneuert werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen