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Flucht : Ein zerstörtes Lager

Ein Junge zieht einen Karton mit einer Plastiktüte hinter sich her: Durch das Feuer wurde das Lager fast komplett zerstört.
Ein Junge zieht einen Karton mit einer Plastiktüte hinter sich her: Durch das Feuer wurde das Lager fast komplett zerstört.

Das Flüchtlingslager Moria war viel zu voll. Nun ist es sogar abgebrannt und Tausende brauchen Hilfe.

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09. September 2020, 23:13 Uhr

Ein Junge zieht einen Karton mit einem großen Plastiksack hinter sich her. Auch andere Menschen schleppten Sachen aus dem zerstörten Lager. Hier, auf der Insel Lesbos in Griechenland, lebten zuletzt tausende Menschen im Flüchtlingslager Moria. Doch in der Nacht zu gestern zerstörten Brände große Teile des Lagers.

Die griechische Regierung sagt: Das Feuer wurde absichtlich gelegt. Wer genau das gemacht hat, ist unklar. Manche vermuten: Es waren Bewohner, die gegen die Zustände dort protestieren wollen. Denn die sind schlecht. Es gab viel zu wenig Platz und zu wenige Möglichkeiten, sich zu waschen.

Die Flüchtlinge kommen etwa aus Afghanistan oder Ländern in Afrika. Sie flüchten mit dem Boot über das Mittelmeer nach Europa. Das erste europäische Land, das sie erreichen, ist oft Griechenland mit seinen Inseln. Von dort sollen die Menschen auch auf andere Länder in Europa verteilt werden. Doch das klappt nicht gut und dauert sehr lange. „Manche Menschen bleiben deswegen Monate oder sogar Jahre im Lager“, sagt Ramona Lenz von der Hilfsorganisation medico international.

Allein die Enge sorgt schon für Stress. Vergangene Woche steckten sich Menschen im Lager auch noch mit dem Coronavirus an. Daraufhin sollten alle anderen das Lager nicht mehr verlassen. Das sorgte zusätzlich für Wut.

Ramona Lenz sagt: Die Geflüchteten hätte vorher versucht, sich und andere vor Ansteckung zu schützen und zum Beispiel Masken genäht. Doch in den überfüllten Lagern sei es kaum möglich. „Am Ende mussten sich die Menschen überlegen: Stelle ich mich ins Gedränge an der Essensausgabe oder esse ich nichts?“, erzählt die Helferin.

Die Menschen aus Moria brauchen nun eine neue Unterkunft. Einige europäische Städte sagen schon länger: Wir könnten Menschen aufnehmen. Manche Politiker befürchten aber, dass nicht alle Länder mithelfen. Sie wollen eine gemeinsame Lösung aushandeln.

Autorinnen: Alexia Angelopoulou und Rebecca Krizak, dpa

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