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Geschichte : Ein Wikinger in Amerika

Wie der Wikinger Leif Eriksson genau aussah, weiß man nicht. Vielleicht so?
Wie der Wikinger Leif Eriksson genau aussah, weiß man nicht. Vielleicht so?

Lange dachte man, Kolumbus sei als erster Europäer nach Amerika gekommen. Doch einer war viel früher da.

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09. August 2020, 19:11 Uhr

Denkt man an die Wikinger, fallen einem vermutlich grimmige Typen mit Bärten ein. Raufbolde, die mit ihrem Schwert in jede Schlacht ziehen. „Davon, dass er Schlachten geschlagen hätte, hören wir gar nichts. Er war kein Schlachtenkämpfer“, sagt Rudy Simek. Der Geschichts-Experte spricht von Leif Eriksson. Dieser war der Sohn eines reichen Bauern – und dazu ein super Seefahrer. Als erster Europäer soll er in Nordamerika an Land gegangen sein. Mehr als 1000 Jahre ist das nun her.

Leifs Vater war Erik der Rote, ein ziemlich streitlustiger Typ. „In Norwegen war er wegen eines Verbrechens geächtet und auch aus Island wurde er verbannt“, erzählt der Geschichts-Experte. Zusammen mit seiner Familie und einigen anderen segelte Erik der Rote daher nach Grönland und gründete dort eine Siedlung. Doch das Leben auf Grönland war schwierig. Denn es gab nur wenige Weideflächen für die Tiere und überhaupt keine Bäume.

Deshalb musste Holz aus Norwegen herangeschafft werden. Doch die Schiffsreise dorthin dauerte lang und war obendrein sehr gefährlich.

Darum suchten die Wikinger nach einer anderen Möglichkeit – und Leif Eriksson segelte Richtung Westen. Dort sollte es ein sagenhaftes Land geben: Vinland. „Manche glauben, Vinland heiße übersetzt Weinland. Es ist damit aber wohl eher Weideland gemeint“, erklärt der Fachmann.

Und tatsächlich, Leif Eriksson fand es. Er landete auf der Insel Neufundland. Sie gehört heute zu Kanada. Für die Wikinger war es wohl so etwas wie das Paradies. Dort gab es Weideflächen und jede Menge Holz! Vermutlich sind die Wikinger aber nur wenige Jahre geblieben. Denn es kam zum Streit mit den indigenen Bewohnern, verrät Rudy Simek. Das waren damals die Einwohner Neufundlands.

Leif Eriksson hatte einen besonderen Beinamen. Man nannte ihn „den Glücklichen“. „Er wird als sehr edel und gerecht beschrieben, und er hatte in vielerlei Hinsicht Erfolg“, sagt der Geschichts-Experte.

Nicht nur, dass Leif Eriksson das sagenhafte Vinland entdeckt hatte. Er erfüllte auch einen Auftrag des norwegischen Königs: Leif Eriksson bekehrte die Grönländer zum christlichen Glauben.

Autorin: Stefanie Paul, dpa

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