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Geschichte : Ein trauriges Wettrennen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor mehr als 100 Jahren gab es in Afrika Gebiete, die von Deutschland besetzt waren: die deutschen Kolonien.

Was ist das denn für ein Land: Deutsch-Südwestafrika? Dieses Land hat es wirklich einmal gegeben. Allerdings ist das schon rund 100 Jahre her. Heute heißt das Land Namibia und liegt im Süden des Kontinents Afrika. Vor mehr als 100 Jahren war Namibia eine deutsche Kolonie. Genauso wie zum Beispiel das heutige Land Kamerun. Das bedeutet: Diese Länder wurden damals vom Deutschen Kaiserreich besetzt und beherrscht. Doch was macht überhaupt ein deutscher Kaiser in Afrika?

Vor rund 140 Jahren ereignete sich etwas, das die Forscher heute den „Wettlauf um Afrika“ nennen. Länder wie Großbritannien, Frankreich und Belgien lieferten sich eine Art Wettstreit. Sie alle wollten unter anderem in Afrika Kolonien gründen – und nun ging es darum, die Gebiete schnellstmöglich in Besitz zu nehmen.

Auch Deutschland machte bei diesem Wettlauf mit. Das hatte verschiedene Gründe. Das Land wurde zum Beispiel seit einigen Jahren wieder von einem Kaiser regiert. „Dem Kaiserreich ging es natürlich um Ansehen“, erklärt Arnulf Scriba. Er arbeitet in einem Museum in Berlin. Dort gibt es gerade eine große Ausstellung zum Thema Kolonialismus.

Der Experte erklärt: „Man wollte mit den anderen Großmächten mithalten. Großbritannien zum Beispiel besaß schon seit vielen Jahren Kolonien in anderen Teilen der Erde.“ Gleichzeitig hofften die Großmächte darauf, in Afrika wichtige Rohstoffe zu finden und damit handeln zu können. Zum Beispiel mit Elfenbein, Kaffee oder Edelmetallen. Oft kauften Händler den Einheimischen ihr Land ab und das meist für superwenig Geld.

Oft wurde den Einheimischen ihr Land auch einfach weggenommen. Sie wurden gezwungen, auf den Feldern und Plantagen zu arbeiten. Oder sie mussten beim Bau der Eisenbahnlinien helfen. Das führte immer wieder zu Aufständen. Deshalb schickte das deutsche Kaiserreich mehr Soldaten. Die Soldaten gingen oft extrem brutal vor: Sie nahmen den Menschen ihr Vieh weg und brannten ihre Felder nieder. In Deutsch-Südwestafrika besetzten die Soldaten Wasserstellen und trieben die Menschen in die Wüste.

Viele Leute wurden getötet. Mit den Rohstoffen aus den Kolonien ließ sich jedoch nicht so viel Geld verdienen, wie zuerst gedacht. Außerdem musste Deutschland im Ersten Weltkrieg viele Kolonien an andere Länder abgeben. Die Idee, eigene Kolonien zu besitzen, fand so schließlich ein Ende.

Autorin: Stefanie Paul

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