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Ein Polster für die Kühe

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erstellt am 24.Aug.2012 | 10:35 Uhr

Hochsaison bei den Landwirten. Die vergangenen heißen Tage haben sie genutzt, um die Getreideernte einzuholen. Dank des sonnigen Wetters waren die Pflanzen schön trocken. Das ist für die Qualität des Korns wichtig - aber auch für das anfallende Stroh. Ist es zu feucht, wenn es zu Ballen zusammengepresst wird, besteht die Gefahr, dass es sich entzündet.

Wenn der Mähdrescher über das Feld fährt, schneidet er die ganze Getreidepflanze ab und zieht sie in seinen dicken Bauch hinein. Dort werden aus den Ähren die Körner herausgeschlagen. Die leeren Ähren und die Halme spuckt der Mähdrescher wieder aus. Sie sind aber kein Abfall, sondern für die meisten Bauern sehr wichtig. Sie legen mit dem Stroh zum Beispiel die Ställe aus, damit es die Kühe beim Liegen weicher haben und ihr Urin gebunden wird.

Als lose Halme würde sich das Stroh aber schlecht transportieren und noch schlechter lagern lassen. Deshalb wird es gebunden - entweder zu runden Ballen oder zu viereckigen Quadern. Diese Arbeit übernimmt eine Strohpresse. Sie wird über das Feld gezogen (manche fahren auch selbst), nimmt das Stroh auf, drückt bzw. rollt es stark zusammen und umwickelt es fest mit Schnüren oder einer Art Netz. Fertig ist der Ballen oder der Quader.

In so einem Rundballen steckt eine Menge Stroh. Wie viel genau es ist, hängt davon ab, wie stark es zusammengepresst wurde und wie groß der Ballen ist. Beides kann der Bauer an der Strohpresse einstellen. Ein Ballen mit einem Durchmesser von 1,60 Metern wiegt zum Beispiel rund 300 Kilogramm.

Nach dem Pressen werden die riesigen Strohpakete mit Hilfe eines Radladers auf Lkw oder Traktor-Anhänger geladen und zum Hof des Bauern gefahren. Dort stapelt und legt man sie über- und nebeneinander. Eine große Miete entsteht. Einige Bauern lagern das Stroh auch in Hallen oder zumindest unter einem Dach, so dass es bei Regen nicht nass wird. So kann es auch ein Jahr später noch verwendet werden.

Der Landwirt muss auf sein Strohlager aber gut aufpassen. Waren die abgeschnittenen Halme noch zu feucht, fängt Unkraut, das mit eingerollt wurde, schnell an zu gammeln. Dabei entsteht Wärme, die den Ballen aufheizt. Von einem Tag auf den anderen kann die Temperatur um 20 Grad Celsius steigen. Deshalb muss der Landwirt die Temperatur in seiner Strohmiete jeden Tag kontrollieren. Dazu nutzt er ein Thermometer mit einem rund zwei Meter langen Metallstab, der tief in die Strohballen hineingesteckt wird. Die gemessenen Werte schreiben die meisten Bauern jeden Tag auf. Wird es im Stroh zu heiß, müssen sie die Miete wieder auseinanderreißen. Sonst fängt es an zu brennen.

Damit das nicht passiert, lassen die Landwirte die Strohballen oft noch ein paar Tage auf dem Feld liegen, wenn das Wetter schön ist. So können die Sonne und der Wind das Stroh weiter trocknen.

Übrigens: Nicht immer steckt in Rundballen Stroh. Auch Heu - also das abgemähte und getrocknete Gras von Grünlandflächen - wird in dieser Form transportiert und gelagert. Es dient später aber nicht als Einstreu für den Stall, sondern als Futter für die Tiere.

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