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Ein Floß auf dem Ozean

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Um seine Idee zu beweisen, machte sich Thor Heyerdahl zu einer gefährlichen Abenteuer-Reise auf

Oh Mann, ob das gut geht!? Besonders stabil sieht das Holzfloß ja nicht aus. Und richtig steuern kann man es wohl auch nicht. Und überhaupt: Die sechs Männer haben ja nicht mal wirklich Ahnung vom Segeln. Und so wollen die den Pazifischen Ozean überqueren? Das ist doch total verrückt. So in etwa dachten wahrscheinlich einige Leute, als sie damals am Hafen standen und das große Floß ablegen sahen. Das war vor 70 Jahren. Das Floß trug den Namen Kon-Tiki. Die Idee zu dieser Abenteuerreise hatte ein Mann namens Thor Heyerdahl.

Er war Forscher und stammte aus Norwegen. Thor Heyerdahl hatte eine Theorie – die wollte er nun mit Hilfe seines Floßes beweisen. Er wollte von der Küste des Landes Peru in Südamerika viele Tausend Kilometer weit Richtung Westen segeln. Sein Ziel: die polynesischen Inseln. Diese liegen mehrere Tausend Kilometer vom Festland entfernt. Lange Zeit rätselten die Forscher, wie es wohl die ersten Menschen auf diese entlegenen Inseln verschlagen hatte. Sie vermuteten, dass die ersten Siedler aus Südost-Asien stammten.

Thor Heyerdahl hatte eine andere Vermutung. Er glaubte, dass die Menschen von Südamerika aus aufgebrochen waren. Für seine Idee glaubte er Beweise gefunden zu haben: zum Beispiel Statuen und bestimmtes Gemüse. Beides gab es auf den Inseln - obwohl es ursprünglich aus Südamerika stammte. Thor Heyerdahl schrieb seine Theorie auf. Doch niemand wollte davon etwas wissen. Er wurde dafür sogar ausgelacht. Da hatte er die Idee mit dem Floß. Er studierte alte Pläne und Bilder und schließlich entstand ein Floß, wie es wohl die Ureinwohner Südamerikas benutzt haben. Damit wollten Thor Heyerdahl und seine fünf Begleiter auf große Fahrt gehen. Das Floß bestand aus großen Baumstämmen. Darauf stand eine kleine Hütte aus Bambusrohren, mit einem Dach aus Bananenblättern.

Thor Heyerdahl glaubte, die Menschen in früheren Zeiten hätten auf ihrem Weg über das Meer einen besonderen Wind genutzt, den Passatwind. Außerdem hätte ihnen eine große Meeresströmung geholfen, der Humboldtstrom. Nach rund 100 Tage waren sie am Ziel. Sie landeten auf einer polynesischen Insel. Thor Heyerdahl wurde mit einem Schlag weltberühmt. Aber ob seine Theorie stimmt, ist bis heute umstritten.

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