Kinderseite_Logo_962px.JPG

Ein Fahrstuhl für Schiffe

Das Schiffshebewerk in Niederfinow  sieht aus wie ein Haus und ist so etwas wie ein Fahrstuhl für Schiffe.dpa
1 von 3
Das Schiffshebewerk in Niederfinow sieht aus wie ein Haus und ist so etwas wie ein Fahrstuhl für Schiffe.dpa

von
17. September 2012, 07:54 Uhr

Das Schiff wartet schon, das uns heute zu einem besonderen Bauwerk bringt - dem Schiffshebewerk Niederfinow. Es liegt in Brandenburg. Solche Hebewerke braucht man etwa in Kanälen.

Wenn die gebaut werden, müssen die Experten verschiedene Höhen überbrücken. Das ist wie eine Stufe für Schiffe. Und beim Überwinden dieser Stufe hilft ein Schiffshebewerk. Wie das in Niederfinow. Es ist wie ein Fahrstuhl für Schiffe.

Nun geht es los. Kapitän Heinz-Georg Teichmann steuert das Schiff den Oder-Havel-Kanal entlang. Er verbindet den Fluss Havel mit dem Fluss Oder. Die Fahrt führt vorbei an Wiesen und Bäumen. Und plötzlich taucht es auf: Ein riesiges Bauwerk aus Stahl: Das Schiffshebewerk. Von weitem sieht es aus wie ein gigantisches, graues Haus. 60 Meter ist es hoch - das ist so hoch wie ein Hochhaus mit fast 20 Stockwerken.

Vor dem Hebewerk wartet schon ein langes Schiff auf den Aufzug. Es ist mit Kohle beladen. Wir haben Glück und müssen nicht warten. Der Aufzug ist bereit. Den Mann, der ihn steuert, nennt man Trogfahrer.

Jetzt öffnen sich die zwei Tore des Hebewerks. Wir fahren hinter dem Kohle-Schiff in einen großen Trog. "Dieser Trog ist Brandenburgs größte Badewanne", sagt unser Kapitän und lacht. "Darin werden wir nun im Wasser nach oben gehoben."

Es dauert eine Weile, bis Arbeiter alle Schiffe mit Seilen festgemacht haben. Die beiden Tore werden geschlossen. Jetzt muss noch Wasser abgelassen werden. Es trennt den Kanal von dem Hebewerk.

Der Trog wird entriegelt, damit er bewegt werden kann. Es ertönt eine Hupe. Sie warnt davor, dass gleich vier Motoren anlaufen. Die hieven den Trog mit nach oben. Jetzt ertönt eine Doppelhupe. Der Trogfahrer legt den Hebel um und der Fahrstuhl ruckt an. "Wir überwinden pro Sekunde etwa zwölf Zentimeter", erzählt Herr Teichmann. "Die reine Fahrtzeit beträgt nur fünf Minuten." Tatsächlich geht es ganz schön schnell, bis die vielen Stahlseile den riesigen Wassertrog hochgezogen haben.

Oben angekommen, fahren wir nach vorne raus in den Kanal. Wenn wir zurückgucken, dann ist es so, als würden wir aus dem 10. Stock eines Hochhauses schauen. Der Aufzug hat uns 36 Meter hochgezogen. Nach hinten blicken wir weit über Wiesen und Felder. Und die Touristen, die von unten das Hebewerk bestaunen, wirken wie kleine Spielfiguren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen