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Ein Ball, ein Paddel und viel Wasser

vom

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 12:11 Uhr

Nico hat sich seine schwarze Schwimmweste angezogen. In seiner linken Hand hält er einen Helm, in der rechten ein Paddel. Jetzt kann es endlich losgehen: ab aufs Wasser!

Der Zwölfjährige steigt vorsichtig in ein Kajak. Er setzt sich seinen Helm auf und paddelt los. Nico hat heute nämlich Training. Er spielt Kanupolo. Du kennst diese Sportart nicht? Das geht sicher vielen so. Dabei gibt es Kanupolo schon einige Jahre. Du kannst es dir als eine Mischung aus Handball und Basketball vorstellen. Nur eben in einem Boot und auf dem Wasser. Beim Kanupolo treten auf einem abgesteckten Spielfeld zwei Mannschaften gegeneinander an. Sie versuchen, mehr Tore zu machen als das andere Team. Die Tore sind aber nicht etwa im Wasser. Sondern sie hängen in der Luft und sind an einem Gerüst festgemacht - wie ein Basketball-Korb. Die Spieler müssen den Ball mit der Hand ins Tor werfen. Sie können ihn aber auch mit dem Paddel ins Tor schleudern. Nico ist jetzt schon seit fast zwei Jahren in einem Kanupolo-Verein in Berlin. Dreimal in der Woche ist er auf dem Wasser und trainiert.

"Bei uns in der Klasse sind fast alle interessiert und wissen, was Kanupolo ist. Viele haben auch schon gefragt: "Wann können wir denn mal mitkommen"", erzählt Nico. An diesem Tag lässt Nicos Trainerin ein kleines Turnier spielen. Sie teilt die 15 Spieler in drei Mannschaften auf. Nico kommt mit seinem Freund Till in ein Team. Till spielt schon seit vier Jahren Kanupolo.

"Das Coole ist, Wasserspritzer im Gesicht zu haben, bei dem schönen Wetter im Wasser zu sein und dabei auch noch einen Ball zu werfen", sagt er. Die Spiele sind spannend. Nico hat den Ball in der Hand und will ihn zu Till werfen. Aber schon versuchen die Gegner, den Ball zu bekommen. Einer rammt sogar Nicos Boot und schubst ihn an der Schulter. Das klingt gemein - ist beim Kanupolo aber erlaubt. Durch den Schubser kippt Nicos Boot um. Er sitzt zwar noch darin, ist aber mit dem Kopf unter Wasser. Aber das ist nicht so gefährlich, wie es sich anhört. Denn Nico weiß, wie er sich mithilfe seiner Arme wieder umdreht. Mit einer sogenannten Rolle. Und tatsächlich! Schwupps, Nico taucht aus dem Wasser und sitzt wieder richtig im Boot. Und nicht nur das: Er hat sogar immer noch den Ball in den Händen. Nico schüttelt sich kurz und gibt den Ball weiter zu Till. Der wirft ihn mit der rechten Hand aufs Tor. Der Torwart der anderen Mannschaft hat sein Paddel in die Höhe gestreckt.

So will er das Tor abdecken. Aber er kann es nicht verhindern: 1:0 für Nico, Till und ihre drei Mitspieler.Nach zwei Stunden ist das Training dann vorbei. Nico paddelt wieder zum Steg, steigt aus dem Kajak und bringt es zurück in den Schuppen.

Seine Schwimmweste und die nassen Klamotten packt er ein. Sie müssen zu Hause trocknen. Nico wäre gern noch ein bisschen länger auf dem Wasser geblieben. Aber zwei Tage später ist ja schon das nächste Training.

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