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Tierwelt : Echte Supertaucher

Schnabelwale erkennt man daran, dass ihre Rückenflosse weit nach hinten versetzt ist.
Schnabelwale erkennt man daran, dass ihre Rückenflosse weit nach hinten versetzt ist.

Geheimnisvolle Tiefseebewohner: Schnabelwale geben den Forschern noch viele Rätsel auf.

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25. März 2019, 15:07 Uhr

„Es sind Riesen. Und trotzdem wissen wir unglaublich wenig über sie“, erzählt Fabian Ritter. Der Meeresbiologe beschäftigt sich mit ziemlich geheimnisvollen Tieren, den Schnabelwalen. Du hast noch nie etwas von diesen Tieren gehört? Kein Wunder. „Schnabelwale sind extrem scheu. Von manchen Arten gibt es noch nicht einmal ein Foto“, sagt der Experte.

Dabei kann man sie von ihrer Größe her eigentlich kaum übersehen. Sie werden je nach Art etwa 4 bis 13 Meter lang. Dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt, hat auch mit ihrer Lebensweise zu tun: Sie verbringen die meiste Zeit unter Wasser.

„Manche Schnabelwale können mehr als zwei Stunden unter Wasser bleiben“, verrät Fabian Ritter. Das ist Rekord für ein Säugetier! Bisher ist nur von See-Elefanten bekannt, dass sie ähnlich lange unter Wasser bleiben können.

Besonders ist für Schnabelwale auch, wie tief sie im Ozean hinabgleiten. Den Rekord hält der Cuvier-Schnabelwal. Wissenschaftler fanden heraus, dass diese Art fast drei Kilometer tief tauchen kann.

Dort unten, in den Tiefen der Meere, lebt ihre Leibspeise: Kalmare. Das sind große, zehnarmige Tintenfische. Wenn die Wale einen Kalmar erwischen, haben sie eine spezielle Fress-Technik: Sie zerbeißen ihre Beute nicht etwa, sondern saugen sie regelrecht ein.

Um so tief und so lange tauchen zu können, mussten sich Schnabelwale anpassen und ein paar Tricks entwickeln. „Die Knochen der Tiere sind zum Beispiel extrem dicht. Das bedeutet, sie sind besonders schwer“, erklärt der Meeresbiologe. Die Knochen dienen auch als Gewicht, wodurch die Tiere schnell und steil abtauchen können. Vor dem Tauchgang speichern sie sehr viel Sauerstoff in ihren Muskeln und in ihrem Blut. Das funktioniert über besondere Stoffe in ihrem Körper, von denen Schnabelwale jede Menge haben.

Bevor die Wale in die Tiefe abdüsen, atmen sie aus. Unter Wasser herrscht ein irrer Druck, der würde die Luft in der Lunge zusammenpressen. „Dadurch würde auch die Lunge gequetscht. Das verhindern die Tiere, indem sie vorher ausatmen“, erklärt der Fachmann. Er arbeitet für die Tierschutzorganisation „Whale and Dolphin Conservation“.

Wenn sie zurück aus der Tiefe kommen, müssen Schnabelwale etwas beachten. Ähnlich wie Taucher müssen sie einen Druckausgleich machen. Der ist wichtig. „Wenn der enorme Druck beim Auftauchen abnimmt, können sich im Blut kleine Gasbläschen bilden“, sagt Fabian Ritter. Solche Bläschen sind gefährlich, weil sie die Blutgefäße verstopfen. Deswegen lassen die Tiere sich beim Auftauchen viel Zeit.

Autorin: Stefanie Paul

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