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Tierwelt : Die Lemuren sind los

Der Bambuslemur lässt sich Blätter schmecken.
Der Bambuslemur lässt sich Blätter schmecken.

Sie haben niedliche Kulleraugen, dichtes Fell und sehen aus wie eine Mischung aus Koala und Äffchen.

svz.de von
04. Februar 2019, 16:38 Uhr

Plötzlich bewegt sich etwas in den Baumkronen des Regenwaldes. Blätter fallen von den Bäumen. Es ist ein Goldener Bambuslemur, der dort ein paar Blätter mampft. Dann zeigt das Tier seine kleinen, spitzen Zähne und kaut geduldig an einer Stange Bambus. Schließlich springt er zum nächsten Ast. Den langen Schwanz nutzt das Tier dabei zum Balancieren.

Lemuren gehören zu den Feuchtnasenaffen und leben in der Natur nur in den Regenwäldern auf Madagaskar. Das ist eine große Insel vor der Südostküste Afrikas. Zu den etwa 110 verschiedene Arten gehören zum Beispiel sehr kleine, wie die Mausmakis. Diese Tiere wiegen weniger als eine Tafel Schokolade. Andere hingegen werden mehrere Kilogramm schwer und sind größer als eine dicke Katze.

Einige Arten werden auch in deutschen Zoos gehalten: etwa die Kattas, die man an ihrem Ringelschwanz erkennt. Du kennst sie vielleicht aus dem Trickfilm „Madagaskar“, in dem sie wild tanzen und singen.

Doch in dem armen Land Madagaskar sind viele Arten inzwischen vom Aussterben bedroht. Der Grund dafür ist, dass die Menschen immer mehr Bäume abholzen, etwa um Häuser zu bauen und mit Feuerholz zu kochen.

Experten schätzen, dass schon sehr große Teile der Wälder in Madagaskar zerstört sind. Aber die sind der Lebensraum der Lemuren.

Pascal Rabeson ist einer der Menschen, die den Tieren helfen wollen. Er arbeitet in einem Forschungszentrum in einem Nationalpark auf Madagaskar. „Es ist sehr wichtig, dass wir die Lemuren beschützen“, sagt er. „Wenn wir die Lemuren nicht hier in Madagaskar beschützen, dann könnten sie komplett aussterben“, warnt er. Dabei sind die Lemuren nicht einfach nur niedlich. Sie sind sehr wichtig für die Natur. Experten nennen sie scherzhaft die Gärtner Madagaskars. Denn sie helfen bei der Verbreitung von Pflanzensamen.

Das geht meist so: Die Lemuren fressen Blätter und reife Früchte. Wenn sie dann später anderswo im Wald ihr Häufchen machen, verteilen sie so die darin enthaltenen Samen. Dann wachsen dort neue Pflanzen.

Im Nationalpark sind die Lemuren besonders geschützt. Deshalb kann man dort auch wieder mehr Arten beobachten: In einem Baum ruht sich ein Lemuren-Weibchen aus. Das Baby hingegen springt von Ast zu Ast, immer in sicherer Entfernung zur Mutter.

Nur wenige hundert Meter weiter knackt es in den Baumwipfeln: Dort ist eine ganze Familie der Art Rotstirnmaki unterwegs. Selbst auf dünnen Ästen bewegen sich die Lemuren mit größter Sicherheit auf allen Vieren fort. Sogar in großer Höhe springen sie mehrere Meter von Baum zu Baum!

Autor: Jürgen Bätz

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