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Tierwelt : Die Gottesanbeterin

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie hat einen dreieckigen Kopf und riesige Augen: Fachleute haben sie zum Insekt des Jahres gekürt.

Die einen finden sie einfach nur gruselig und erschreckend. Für die anderen ist die Gottesanbeterin dagegen superschön und spannend. Das findet zum Beispiel auch der Insekten-Experte Thomas Schmitt. Die Gottesanbeterin mache nämlich etwas Einmaliges, sagt er. „Sie dreht ihren dreieckigen Kopf zu einem hin und fixiert einen mit ihren riesigen Augen. Man hat das Gefühl, sie schaut einen richtig an“, verrät der Fachmann. Wie uns die Gottesanbeterin dann allerdings wahrnimmt, wissen die Forscher nicht genau.

Von einer Gruppe von Experten wurde die Europäische Gottesanbeterin vor Kurzem zum Insekt des Jahres gewählt. „Wir wollen damit zeigen, wie schön Insekten sind – und was für eine wichtige Aufgabe sie in unserer Umwelt haben“, sagt Thomas Schmitt.

Ihren Namen hat die Gottesanbeterin übrigens wegen ihrer Fangbeine. Diese hält sie oft angewinkelt vor ihrem Körper. Das sieht dann ein bisschen so aus, als würde sie beten.

Die Gottesanbeterin ist aber noch aus einem anderen Grund berühmt: Wenn die Männchen bei der Paarung nicht aufpassen und vorsichtig sind, werden sie von den Weibchen gefressen!

Ihren Ursprung haben die Insekten in Afrika. „Doch im Laufe der Zeit sind sie immer weiter Richtung Norden gewandert“, verrät Thomas Schmitt. Mittlerweile kann man die Europäische Gottesanbeterin auch in einigen Gegenden von Deutschland beobachten. In den Bundesländern Saarland, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Brandenburg sind die Tiere beispielsweise schon gesichtet worden. Dass sich die Tiere auch bei uns wohlfühlen, hängt wohl mit dem Klimawandel zusammen. „Die Gottesanbeterin fühlt sich dort wohl, wo es lange und warme Sommer gibt“, sagt Thomas Schmitt.

Der Winter spiele für die Insekten dagegen keine so große Rolle. Da kann es richtig schön kalt werden. Die erwachsenen Tiere leben nämlich nur ein Jahr, im Herbst sterben sie. Nur die Eier überwintern in einer Art Schutzhülle. „Selbst tiefe Temperaturen von minus 20 Grad machen den Eiern nichts aus“, erklärt der Experte. In den Monaten April und Mai schlüpfen dann die frischen Larven.

Autorin: Stefanie Paul

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