zur Navigation springen

Tierwelt : Die falschen Mungos

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf der Insel Madagaskar im Indischen Ozean leben Tiere, die Mungos heißen – es sind aber gar keine echten.

„Neugierig sind sie“, sagt Heiner Klös. „Und klug!“ Der Mann zeigt auf kleine Tiere mit buschigen Schwänzen. Es sind rotbraune Ringelschwanz-Mungos und graue Schmalstreifen-Mungos. Sie leben im Zoo der Stadt Berlin. Dort arbeitet Heiner Klös. Er kennt sich mit vielen Raubtieren aus. „Sie sind zwar klein, aber wegen ihrer scharfen Zähne nicht ganz ungefährlich“, erklärt er.

Die Tiere sehen aus wie eine Mischung zwischen Katze, Eichhörnchen und Ratte. Ihre Heimat ist die Insel Madagaskar. Sie liegt im Indischen Ozean. Auf der Landkarte findest du sie unten rechts neben Afrika.

Interessant ist: Obwohl die Tiere Mungos heißen, gehören sie nicht zur Familie der Mungos! Echte Mungos leben etwa in Indien in Asien.

Die Tiere kennt man, weil sie schon mal den Kampf mit Schlangen aufnehmen. Sie vertragen stärkeres Schlangengift als andere Tiere, die gleich groß sind.

Aber warum heißen die Mungos auf Madagaskar Mungos, obwohl sie keine sind? Das liegt daran, dass man früher dachte, die Tiere seien Mungos, erklärt die Expertin Irina Ruf. Doch Wissenschaftler schauten sich die Tiere mit der Zeit genauer an und stellten fest: Die Mungos auf Madagaskar unterscheiden sich doch stark von den echten Mungos. Der Name ist aber trotzdem geblieben.

Unterschiede zwischen den Tieren gibt es zum Beispiel bei den Genen, erklärt die Expertin. Gene sind winzig und stecken im Inneren der Zellen aller Lebewesen. In ihnen steht etwa vieles dazu, wie ein Lebewesen aussieht.

Die Mungos auf Madagaskar sind aber mit den Mungos in Indien verwandt! Und auch mit Tieren, die in Afrika leben, etwa den Zebramangusten. Das bedeutet: Die Ringelschwanz-Mungos sowie die Schmalstreifen-Mungos von Madagaskar, die Mungos in Indien und die Zebramangusten haben gemeinsame Vorfahren. Einige dieser Vorfahren sind irgendwann nach Madagaskar gekommen. Über einen langen Zeitraum entwickelten sie sich dort weiter, zu anderen Tieren.

Autor: Philipp Brandstädter

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen