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Kunst : Der Monstermaler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute vor 500 Jahren starb der Niederländer Hieronymus Bosch.

Ein böser Drache mit drei Köpfen kriecht aus einem dunklen See. Gruselige Monster mit Krötenmaul lauern geduldig auf ihre Beute. Und auf einem riesigen Thron sitzt ein seltsames Wesen mit Vogelkopf, aus dessen Schnabel noch das Bein eines verschlungenen Menschen schaut. Uaaahhh! So etwas hatte die Welt noch nicht gesehen. Die Bilder von Hieronymus Bosch schockierten die Betrachter. Deswegen nannten sie ihn auch den „Monstermaler“.

In der Epoche, in der dieser Hieronymus Bosch gelebt hat, im 15. Jahrhundert, gab es noch keine niedlichen Poké-mons. Monster, so glaubten die Menschen, seien schreckliche Wesen und existierten nur in der Hölle. Und für seine Höllenszenen war dieser Maler berühmt. Er war seiner Zeit weit voraus. Schon damals waren die Leute fasziniert von bösen Geschichten und düsteren Gestalten. Jeder wollte so ein Bild haben. Nicht nur Könige und Kardinäle. Darum musste der 1450 geborene Maler, der eigentlich Hieronymus van Aken hieß und sich später erst nach seiner Geburtsstadt Den Bosch (heute ’s-Hertogenbosch) umbenannte, bald schon Leute anstellen, die ihm in der Werkstatt beim Malen behilflich waren. Ein regelrechter Boom setzte ein.

Jeder wollte daran mitverdienen. Und so gab es schnell jede Menge Fälschungen. Viele Maler malten jetzt genauso schreckliche Monster wie Hieronymus Bosch. Manche kopierten sogar den Namen auf den Gemälden und schrieben einfach darunter: „Hieronymus Bosch hat es erfunden.“ Wie die Bilder gemalt waren, interessierte gar nicht mal so sehr. Vor allem kam es darauf an, dass die Monster besonders grauenerregend waren. Fernsehen und Kino gab es noch nicht. Mit den Bildern aber konnte man den Leuten bildhaft zeigen, wo es hinführt, wenn man nicht brav ist – in die Hölle. Die Maler konnten sich auf diese Weise nicht nur austoben und ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sondern sie handelten sogar noch im Sinn der Kirchenmänner.

Heute weiß man gar nicht mehr so genau, welche Bilder wirklich von Hieronymus Bosch stammen und welche von seinen Nachahmern.

Überhaupt ist über das Leben dieses Mannes nicht sehr viel bekannt. Ist ja auch schon ganz schön lang her. Sicher ist, dass er am 9. August 1516 gestorben ist. Vor 500 Jahren also. Aus diesem Anlass gibt es in Madrid in diesem Sommer eine große Ausstellung im Prado-Museum. Nicht ganz so weit weg ist das Bucerius Kunst Forum in Hamburg. Auch da gibt es eine Schau mit ganz vielen Monsterbildern. Zu sehen sind da die Nachahmer von Bosch. Wer sich gruseln will, kann sie sich ja anschauen.

Autor: Welf Grombacher


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