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Kinderbuchfiguren : Der Erfinder der Streiche

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Serie über altbekannte Figuren in Kindergeschichten: „Max und Moritz“ von Wilhelm Busch

„Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“ Es folgten auch noch ein dritter, ein vierter, unermüdlich waren die beiden Knaben für ihre Umwelt eine echte Zumutung. Max und Moritz hießen die kleinen Strolche, die die Hühner der Witwe Bolte in die Falle lockten, den Schneidermeister Böck mit der angesägten Brücke ins Wasser purzeln ließen und dem Lehrer Lämpel üble Fallen stellten.

Die Geschichten von „Max und Moritz“ mögen Kinder wie Erwachsene. Ihr Erfinder ist der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch. 1859 begann er, Bilder für die humoristische Zeitschrift „Fliegende Blätter“ zu zeichnen. Auch Gedichte hatte er verfasst. Im Jahr 1865 ließ er in „Max und Moritz“ seinem Unmut über das spießige Kleinbürgertum freien Lauf. Damit sind Leute gemeint, die nicht sehr aufgeschlossen anderen gegenüber sind und sich vor Veränderungen fürchten. Da diese Bilder-Geschichte bei den Zeitungen nicht gefragt war, bot er das Manuskript seinem Dresdner Verleger an. Doch der lehnte das Buch wegen mangelnder Verkaufsaussichten ab. Weitere Ablehnungen folgten. Schließlich erwarb ein anderer Herausgeber für eine einmalige Zahlung von 1000 Gulden die Rechte an der Bildergeschichte. Dies entsprach etwa zwei Jahreslöhnen eines Handwerkers und war für Wilhelm Busch eine stolze Summe.

Zunächst verkaufte sich das Buch schlecht. So gab es kritische Stimmen, die vor den Geschichten warnten, weil sie diese für allzu boshaft hielten.

Doch Wilhelm Busch verfügte über eine gute Beobachtungsgabe und hatte schon in seiner Kindheit begonnen, Ereignisse in Bildern festzuhalten. Als junger Mann studierte er Malerei. Er selbst zweifelte zeitlebens an seinem Talent, deshalb vernichtete er später auch viele seiner großen Bilder.

Während seines Studiums erkrankte er an Typhus und kehrte in seine Heimat zurück, um dort in Ruhe gesund zu werden. Während der nächsten fünf Monate sammelte er Volksmärchen, Sagen, Lieder und Balladen aus seiner Heimat und hielt viele von ihnen erstmals schriftlich fest.

Busch nahm er oft mit seinen Bildergeschichten Eigenschaften einzelner Menschen oder Berufsgruppen aufs Korn, griff die Selbstzufriedenheit und zweifelhafte Moralauffassung jener Leute an, die sich über andere erhaben fühlten.

Nach dem Verkauf von „Max und Moritz“ veröffentliche er weitere Texte wie die „Fromme Helene“ und „Der fliegende Frosch“. 1884 erschien seine letzte große Bildergeschichte: „Maler Klecksel“.

1908 starb Wilhelm Busch. Auch heute lesen Kinder noch gern seine Verse um Max und Moritz.

Autor: Ronny Stein

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