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Angst : Dem Grusel auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Manche lieben es, sich zu gruseln. Dabei ist Angst doch eigentlich eher ein schlechtes Gefühl – oder etwa nicht?

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2016 | 17:10 Uhr

„Fürchtest du dich?“ Viele finden es uncool, auf so eine Frage mit „Ja!“ zu antworten. Dabei ist es ganz normal, sich zu fürchten. Zum Beispiel wenn man zu Halloween gruselig verkleidete Leute sieht. Doch wovor genau haben Menschen überhaupt Angst? Und warum lassen sich so viele trotzdem gern erschrecken, etwa in der Geisterbahn? Diese Fragen hat Fabian Wegener dem Experten Mathias Clasen gestellt.

Wovor haben die meisten Menschen Angst?

Mathias Clasen: Besonders groß ist die Angst vor Dingen, die möglicherweise unser Leben in Gefahr bringen könnten. Schlangen, tiefe Gewässer, Wesen mit scharfen Zähnen – und vor allem vor der Dunkelheit. Dabei fürchten Menschen nicht das Dunkel selbst, sondern das, was sich möglicherweise darin verstecken könnte.

Wo kommen die Ängste her?

Manche Ängste entstehen in der Kindheit, etwa wenn wir sehen, wie unsere Eltern sich vor einer Sache besonders erschrecken. Andere Ängste, die sogenannten Urängste, liegen uns in den Genen. Dunkelheit gehört auch dazu. Unsere Vorfahren mussten beispielsweise befürchten, aus dem Dunkeln von gefährlichen Tieren angegriffen zu werden.

Und was ist mit Monstern? Warum fürchten wir uns vor denen? Die gab es schließlich noch nie – auch damals nicht.

Trotzdem stellen sie unsere Urängste dar, in übertriebener Form. So haben die meisten Monster lange, spitze Zähne, genauso wie Tiere in der Urzeit. Und natürlich lauern sie gerne im Dunkeln. Diese Elemente machen sich zum Beispiel Horrorfilme zunutze.

Warum gucken Menschen dann trotzdem gern Horrorfilme oder gehen in die Geisterbahn?

Menschen nutzen Horrorfilme oder Bücher um zu lernen, wie es sich anfühlt, sich zu fürchten. So lernen sie ihre Schmerzgrenze kennen. Im normalen Alltag gibt es ja eigentlich keine wirklichen Grusel-Momente. Wenn einem dann doch mal etwas Gruseliges passiert, wie ein Stromausfall, ist man viel besser vorbereitet.

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