Kinderbuch : Dem Dieb auf der Spur

Erich Kästner erschuf „Emil und die Detektive“.   
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Erich Kästner erschuf „Emil und die Detektive“.   

Serie über Helden in Kindergeschichten, Teil 3: „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner

Zum ersten Mal darf Emil allein in die Ferien fahren. Seine Großmutter und die Kusine erwarten ihn am Bahnhof. Aber Emil kommt nicht. Er war unterwegs eingeschlafen und nach dem Erwachen ist sein ganzes Geld verschwunden. Sogleich fällt sein Verdacht auf den Mann mit dem steifen Hut. Nachdem jener aussteigt, folgt Emil ihm quer durch Berlin. Alsbald nimmt der Verdächtige in einem Café Platz. Doch Emil wagt es nicht, sich an die Polizei zu wenden, da er daheim in Neustadt dem Denkmal des Großherzogs einen Schnurrbart angemalt hat. Jedoch findet der Junge in Gustav und seinen Freunden mutige Helfer. Gemeinsam bleiben sie dem Dieb auf der Spur und erleben viele Abenteuer.

Die fantastische Geschichte hat sich Erich Kästner ausgedacht. Der Kinderbuchautor wollte seine Leser mit seinen Büchern zur Schaffung einer besseren Welt anhalten. Ursprünglich wollte Kästner Lehrer werden, musste aber seine Ausbildung während des Ersten Weltkriegs abbrechen. Er wurde zum Militärdienst einberufen. Seine Erfahrungen im Krieg ließen Kästner zu einem überzeugten Pazifisten, also Freund des Friedens, werden.

Er studierte in Rostock und Berlin Germanistik, Geschichte und Philosophie und arbeitete zunächst als Redakteur in Leipzig und Berlin. Später veröffentliche er seine Gedichte und Geschichten in allen bedeutenden Zeitschriften und Zeitungen. 1928 wurde sein erster Gedichtband „Herz auf Taille“ herausgebracht. 1929 folgte dann die Geschichte „Emil und die Detektive“, die zwei Jahre später erstmals nach einem Drehbuch von Billy Wilder verfilmt wurde. 1933, als die Nationalsozialisten die Macht an sich rissen, wurden die Bücher von Kästner verboten.

Nach dem Krieg schrieb er wieder. 1946 erschien auch die erste Ausgabe seiner Kinderzeitschrift „Pinguin“. Es folgten Geschichten wie „Der gestiefelte Kater“, das Bilderbuch „Die Konferenz der Tiere“ und „Das fliegende Klassenzimmer“. Davon habt ihr bestimmt schon gehört. Sie ist eine zeitlose Internatsgeschichte, in der sich die Schüler des Internats Kirchberg und der benachbarten Realschule gegenseitig mit verrückten Streichen ärgern.

Beliebt bis heute ist auch „Das doppelte Lottchen“, die Geschichte zweier Mädchen, die sich plötzlich in einem Ferienheim gegenüberstehen. Sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen und beschließen, dem Geheimnis ihrer Ähnlichkeit auf den Grund zu gehen und tauschen die Rollen.

1961 erkrankte Kästner an Tuberkulose und verbrachte bis 1964 immer wieder lange Zeit in einem Lungensanatorium in der Schweiz. 1967 erschien sein letztes Kinderbuch „Der kleine Mann und die kleine Miss“. 1974 verstarb der Schriftsteller in München.

Autor: Ronny Stein

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