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Geschichte : Das große Hexen-Fest

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tanz und Zauberei auf dem Blocksberg: Am 30. April ist Walpurgisnacht.

An diesem Wochenende ist wieder Hexentreff im Harz: Auf dem Brocken, mit 1141 Metern der höchste Berg Norddeutschlands, treffen sich am 30. April große und kleine Hexen zur Walpurgisnacht. Den Ort haben sie nicht zufällig gewählt. Der Blocksberg, wie der Brocken auch genannt wird, diente der Sage nach als Versammlungsort der Hexen.

Heute sehnen Hexenfans das Fest jedes Jahr herbei. Mit Hexennasen, Zauberhüten und Besen begrüßen sie in der Nacht den nahenden Frühling. Meist gibt es ein großes Feuer oder Feuerwerk sowie Musik und Tanz. Die Walpurgisnacht wird inzwischen nicht nur an vielen Orten im Harz gefeiert, sondern überall dort, wo sich große und kleine Menschen für Hexen begeistern.

Moderne Hexen wie in den Büchern über Bibi Blocksberg und Harry Potter haben die Faszination für die Welt der Hexen gesteigert. Das war nicht immer so. Die böse Hexe aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ jagte den Kindern früher Angst ein. Netter war „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler. Sie zauberte auf Anraten ihres Raben Abraxas nur noch Gutes. Allerdings bekam sie deshalb großen Ärger mit den Alt-Hexen, die sie zur Strafe nicht auf dem Blocksberg mittanzen lassen wollten.

In Europa weiß heute jedes Kind, dass es Hexen nur in Märchen und Geschichten gibt. In der Antike und besonders im Mittelalter war das anders: Viele Menschen glaubten an Zauberei. Männer und Frauen, die ihren Mitmenschen unangenehm oder unheimlich waren, wurden als Hexer bzw. Hexen verfolgt und hingerichtet. Besonders Frauen, die sich gut mit der Wirkung von Heilkräutern auskannten, und in den Augen ungebildeter Menschen damit Zauberdinge vollbrachten, waren in Gefahr. Sie wurden beschuldigt, einen Pakt mit dem Teufel geschlossen zu haben.

Als es den Menschen durch Krieg und Naturkatastrophen besonders schlecht ging, war es praktisch, einen Sündenbock zu haben und Unerklärliches erklären zu können. Wenn ein Säugling plötzlich starb, die Ernte ausfiel, das Vieh verendete oder die Scheune abbrannte, gab man die Schuld einer vermeintlichen Hexe. Sie wurde verhaftet und gequält, bis sie alles zugab, was die Leute von ihr hören wollten. Tausende von unschuldigen Frauen (und Männer) wurden wegen angeblicher Hexerei zum Tode verurteilt.

In einigen Ländern Afrikas, Südostasiens und Südamerikas glauben viele Menschen noch heute an Zauberei und geben ihren Mitmenschen die Schuld, wenn sie tödliche Krankheiten bekommen oder ihnen ein Unglück passiert. In manchen Ländern werden sogar Kinder beschuldigt, Hexenkinder zu sein, die mit bösem Zauber den Erwachsenen schaden. Dagegen gibt es nur ein Mittel: Bildung für alle und medizinische Hilfe.

Autorin: Maren Herbst


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