Bunt ist nicht immer gesund

<strong>Bausteine für eine gesunde Ernährung:</strong> Die Kästchen der Pyramide geben an,  wie viele Portionen der einzelnen Lebensmittelgruppen man täglich essen oder trinken sollte. Mit Produkten aus den roten Kästchen sollte man besonders sparsam sein, sagt der  'aid infodienst', der sich mit Ernährung befasst.<foto>Aid Infodienst / Idee: S. Mannhardt</foto>
Bausteine für eine gesunde Ernährung: Die Kästchen der Pyramide geben an, wie viele Portionen der einzelnen Lebensmittelgruppen man täglich essen oder trinken sollte. Mit Produkten aus den roten Kästchen sollte man besonders sparsam sein, sagt der "aid infodienst", der sich mit Ernährung befasst.Aid Infodienst / Idee: S. Mannhardt

svz.de von
29. Juni 2012, 10:13 Uhr

Knacks! Zisch! Knister! Wie in einem Comic sehen die Wörter auf dem Joghurtbecher aus. Auf dem Deckel ist ein grüner Drache abgebildet, der aus einem Topf löffelt. Gleich daneben stehen Becher mit Fruchtquark. An ihnen ist ein buntes Stäbchen befestigt, mit dessen Hilfe man aus dem Quark kinderleicht Eis am Stiel machen kann. Im nächsten Regal liegt Wurst, die aussieht wie ein Teddy. Und bei den Getränken stehen Säfte, von denen Tiger herablachen. Manchmal enthalten Verpackungen auch Sammelfiguren oder Bastelvorlagen. Das klingt kinderfreundlich, oder?

Experten, die sich mit Ernährung beschäftigen, sehen das aber ganz anders. Solche Fachleute arbeiten zum Beispiel bei der Organisation "Foodwatch". Der Name stammt aus dem Englischen und besteht aus den Wörtern "Food" - das bedeutet Nahrung - und "watch", was man mit beobachten oder aufpassen übersetzen kann. Die Foodwatch-Mitarbeiter nehmen also Nahrungsmittel unter die Lupe. Und sie sagen: Viele dieser Lebensmittel für Kinder sind ungesund, weil sie zu viel Zucker, Salz oder Fett enthalten.

Damit das nicht so schnell auffällt, gestalten die Hersteller die Packungen sehr bunt. Außerdem schreiben sie gut lesbar Dinge drauf, die sehr gesund klingen. Auf einem Schokoriegel steht beispielsweise, dass er eine "Extra-Portion-Milch" und damit viel gesundes Kalzium enthält. Für die Menge, die ein Kind am Tag davon benötigt, müsste es jedoch 13 Riegel essen, sagen die Mitarbeiter von Foodwatch. Mit der Menge hätten kleine Naschkatzen dann umgerechnet auch 48 Stück Würfelzucker und ein halbes Stück Butter verputzt.

Natürlich dürfen Kinder Süßes naschen. Es kommt dabei aber immer auf die Menge an. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann man sich wie eine Pyramide vorstellen. Die Basis, man könnte auch sagen, das Erdgeschoss, ist besonders breit. Dort "wohnen" Getränke. Das bedeutet, von ihnen sollten Kinder besonders viel zu sich nehmen: ungefähr 1,5 Liter über den Tag verteilt, wenn man viel schwitzt sogar noch mehr. Durst löscht man am besten mit Mineralwasser, ungesüßten Tees oder Saftschorlen, die aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser bestehen. Limo und Cola schmecken natürlich lecker, enthalten aber viel Zucker.

Im nächsten Stockwerk wohnen Obst und Gemüse. Davon sollte man insgesamt täglich fünf Portionen essen. Eine Portion entspricht der Menge, die in deine Hand passt.

Obendrüber sitzen Kartoffeln und Getreideprodukte wie Brot, Nudeln, Reis oder Haferflocken. Sie geben den Muskeln und dem Gehirn Energie zum Arbeiten. Am besten sind Vollkornprodukte, sie machen länger satt.

Ein Stockwerk höher findet man Milchprodukte, also Joghurt, Käse und Milch. Sie sind wichtig für gesunde Knochen und Zähne. In vielen Joghurtbechern steckt jedoch auch eine Menge Zucker. Gleich nebenan wohnen Fisch, Fleisch und Wurst. Von ihnen sollte man am Tag aber weniger essen als von Milchprodukten.

Fast unterm Dach leben Fette wie Öl, Margarine oder Butter. Auch sie enthalten wichtige Vitamine. Zu viel Fett - es versteckt sich oft in Keksen, Wurst und Schokolade - ist jedoch ungesund.

Nun sind wir oben angekommen. Welche Lebensmittel unter dem spitzen Dach wohnen und am wenigsten gegessen werden sollten, ist nicht schwer zu erraten, oder?

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