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Bis in den Tod gegen Nazis gekämpft

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erstellt am 21.Feb.2013 | 09:37 Uhr

Überall in Deutschland wird heute an die Geschwister Scholl gedacht. An Hans und Sophie, die mit ihrer Gruppe "Weiße Rose" gegen die Nationalsozialisten kämpften und deshalb getötet wurden. Heute vor 70 Jahren, also am 22. Februar 1943, wurden sie hingerichtet.

Von 1933 bis 1945 regierten in Deutschland die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Sie errichteten eine mörderische Diktatur - eine Gewaltherrschaft. Menschen, die nicht in das System passten, wurden verfolgt und ermordet. Wer etwas gegen die Herrschaft der Nazis sagte oder auch nur einen Witz über Hitler erzählte, musste mit schlimmen Strafen rechnen, sogar mit der Todesstrafe.

Nicht nur das eigene Volk wurde unterdrückt. 1939 begannen die Nazis den Zweiten Weltkrieg, überfielen andere Länder und ermordeten viele Millionen unschuldige Menschen - besonders Juden. Lager wurden errichtet, in denen die Gefangenen brutal gefoltert wurden, schwer arbeiten mussten, verhungerten oder ermordet wurden.

Gegen dieses unmenschliche Unrecht wollten die Geschwister Hans und Sophie Scholl etwas unternehmen. Hans studierte in München mit anderen jungen Leuten zusammen, die sich auch gegen die Schreckensherrschaft der Nazis wehren wollten. Sie gründeten die "Weiße Rose", eine Widerstandsgruppe. Sophie gelang es, sich dieser Gruppe anzuschließen. Heimlich druckten sie Flugblätter, also Zettel, auf denen sie vor den Nazis warnten. Sie riefen sogar zum Sturz der Nazi-Regierung auf. Die Flugblätter legten sie in Süddeutschland aus und verschickten sie. Alle wussten, dass ihnen Todesstrafe droht, wenn sie erwischt werden. Niemand durfte den Nazi-Staat kritisieren. Das sechste Flugblatt der Gruppe war ihr letztes: Als Hans und Sophie es in der Halle der Universität München verteilten, wurden sie von einem Hausmeister beobachtet. Der verriet sie an die Geheime Staatspolizei ("Gestapo"). Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie verhaftet und vier Tage später - wie ein weiterer Student ihrer Gruppe - zum Tode verurteilt. Zu diesem Zeitpunkt waren sie 24 und 21 Jahre jung.

Heute darf jeder in Deutschland seine Meinung sagen. Wir dürfen sogar den Staat und die Regierung kritisieren. Das Recht der freien Meinungsäußerung, das Wahlrecht und viele andere Rechte mehr stehen im Grundgesetz. Die meisten Grundrechte sind zugleich Menschenrechte, auf die sich nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern alle in Deutschland lebende Menschen berufen können.

Als die Mitglieder der "Weißen Rose" gegen den Terror der Nazis Flugblätter verteilten, gab es keine solchen Gesetze, die den einzelnen Menschen gegen den Staat schützten. Die Nazis hatten viele solche Gesetze außer Kraft gesetzt - also gestrichen. Außerdem erließen sie viele neue Vorschriften, die ihnen ihre blutigen Untaten erlaubten.

Damit niemand die mutigen Taten der Geschwister Scholl vergisst, wurden vor der Universität in München Abdrücke der Flugblätter in den Gehweg eingelassen.

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