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Tierische Fakten : Besondere Ameisen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Um sich vor Feinden zu schützen, verfügen Urameisen über einen fiesen Stachel

Auf dem Boden liegen winzige Steinchen. Mal sind sie glatt und glitzernd, mal eckig und rau. Es scheint, als ob auch die Ameisen sich die Steine genau anschauen und nur die schönsten mitnehmen. Doch in Wirklichkeit suchen die Ameisen hier in Botsuana in Afrika kugelartige Steine. Die brauchen sie, um bei Gefahr den Nesteingang zu verdecken, sagt Alfred Buschinger. Er ist Ameisenforscher.

Bei diesen Ameisen handelt es sich um eine besondere Unterfamilie der Ameisen. Es sind Urameisen. Diese leben nicht nur in Botsuana, sondern auch in Deutschland. „Anders als unsere bekannte Waldameise versprühen sie keine Ameisensäure“, sagt Herr Buschinger. Sie haben einen Stachel wie Wespen und Bienen. Damit spritzen sie ihr Gift in die Haut des Feindes. „Die Gifte sind chemisch denen von Wespen ähnlich.“ Das heißt, die Stiche können sehr schmerzhaft sein.

Das kommt daher, dass die Ameise ursprünglich von Wespen abstammt. Genauer gesagt von Wespen, die allein leben. Solche Wespen graben Röhren in den Boden. Dann suchen sie nach Beute und stechen diese.

Durch das Gift ist die Beute gelähmt. Jetzt kann die Wespe sie in die Röhre tragen. „Dort hinein transportieren sie zum Beispiel Insekten, Raupen oder Spinnen“, sagt der Experte. Diese Wespen sind Ameisen schon sehr ähnlich. Manche Arten leben sogar ohne Flügel.

Die allein lebenden Wespen-Weibchen gruben ihre Röhren früher nah beieinander, sagt Alfred Buschinger. „Es ist anzunehmen, dass sich daraus die gemeinsame Nutzung eines Nestes entwickelt hat.“ Die Weibchen sollen sich irgendwann einfach zusammengetan haben. Dann legte nur noch eines die Eier. Andere besorgten dafür das Futter. So entwickelte sich mit der Zeit aus solch einer Wespenart die Familie der Urameisen. Den Giftstachel ihrer Vorfahren haben sie behalten.

Urameisen lebten schon vor vielen Millionen Jahren. Das heißt, dass sie womöglich ab und zu Dinosaurier gestochen haben! Aus den Urameisen entwickelten sich dann wiederum Ameisen ohne Stachel.

Doch zurück zum Boden in Botsuana: Haben die Urameisen Steine gefunden, tragen sie diese zum Nest. Je nachdem wie der Eingang gebaut ist, häufen die Urameisen die Steinchen davor zu einem kleinen Hügel auf. Oder sie bauen daraus eine Art Deckel. Dafür benutzen sie zusätzlich feuchten Sand.

Kommt dann allerdings zu viel Wasser darauf, etwa durch Regen, oder trocknet der Sand aus, fällt der Nestdeckel zusammen. Wie die Sandburg am Strand. Dann beginnt die Arbeit von vorn.

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