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Arbeit : Beruf: Märchenerzählerin

Annika Hofmann erzählt die Geschichten frei aus dem Kopf – ganz ohne Buch.
Annika Hofmann erzählt die Geschichten frei aus dem Kopf – ganz ohne Buch.

Es war einmal... – diese drei Worte erkennt sicher jeder. Für Annika Hofmann gehören sie zu ihrer Arbeit.

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01. November 2017, 23:22 Uhr

Als Annika Hofmann den Saal betritt, wird es plötzlich mucksmäuschenstill. Gespannt schauen die Mädchen und Jungen auf die blonde Frau mit dem langen, roten Kleid. „Hallo“, sagt sie freundlich und lächelt in die Runde. Und dann wird ihre Stimme geheimnisvoll: „Ich habe euch etwas mitgebracht: Märchen!“

Aufgeregt rutschen die Zuhörer auf ihren Stühlen hin und her. Und dann geht es los: „Es war einmal ein König...“ Mit lauter, klarer Stimme beginnt Annika Hofmann zu erzählen. Von Riesen, die den König und seine Familie aus deren Schloss verjagen und dort alles kaputt machen. Von Zauberern, die nicht helfen können. Und von dem Jungen, der dem König zeigt, wie er durch Fröhlichkeit die Riesen zu Zwergen schrumpfen lässt. Und wenn sie nicht gestorben sind...

Annika Hofmann ist Profi im Märchenerzählen. Seit mehr als 20 Jahren tritt sie vor Publikum auf und entführt ihre Zuhörer in spannende Fantasiewelten. Der Ort für ihre heutige Märchenstunde ist perfekt: Ausgerechnet in einem Schloss erzählt sie von Prinzessinnen, Rittern und Drachen. Das passt!

Die Geschichte erzählt sie frei aus dem Kopf. Sie gibt den Figuren verschiedene Stimmen und verändert immer wieder ihren Gesichtsausdruck. Manchmal wirkt sie traurig, dann grimmig. Zuletzt lacht sie wieder und tanzt.

Zwischendurch macht sie Musik – entweder auf einer kleinen Flöte, einem Akkordeon oder auf einer Trommel aus Ton. Mal hört es sich an wie galoppierende Pferde, mal wie ein plätschernder Brunnen. Bei den Zuhörern entstehen tolle Bilder im Kopf.

Als das erste Märchen zu Ende ist, folgt das zweite und dann das dritte. Die Kinder hören Annika Hofmann gespannt zu. Sie reisen mit ihr in Gedanken nach Südamerika und in den Orient. Manchmal lachen sie, manchmal halten sie vor Aufregung die Luft an. „Am besten hat mir gefallen, dass sie mit so vielen verschiedenen Stimmen erzählt hat. Das war lustig und spannend“, sagt die achtjährige Lara. Zu Hause erzählt ihre Oma oft Geschichten. Außerdem liest Lara selbst gerne Märchen.

Auch ihrer Schwester Nele hat es gut gefallen. Sie fand die vielen verschiedenen Musikinstrumente toll. Über eines staunte die Elfjährige aber: „Ich habe gedacht, dass sie aus einem Buch vorliest. Dabei hat sie alles auswendig erzählt.“

Annika Hofmann hat mehr als 100 Märchen im Kopf: „Das ist ja das Besondere, zu erzählen und gleichzeitig in die Gesichter der Zuhörer zu sehen. Das macht den Zauber aus.“ Und wenn sich ihre Zuhörer fürchten, macht sie das Ungeheuer einfach netter.

Autorin: Birgit Ellinger

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