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Arbeit : Beruf: Golfballtaucher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf Golfplätzen landet schon mal ein Ball im Wasser. Taucher wie Sascha Kruse suchen dann danach.

Gesammelt hat Sascha Kruse schon immer gern. Angefangen hat alles mit zwei Golfbällen, die er als 13-Jähriger gefunden hat. Jetzt ist sein ganzes Büro voll davon. Der 42-Jährige taucht auf Golfplätzen nach Golfbällen.

Selber Golf gespielt hat Sascha Kruse nie. „Das kam wirklich nur durch diese Bälle. Ich habe die Tauchausbildung extra für diesen Zweck gemacht“, erklärt er. Seit fast zehn Jahren ist der Mann nun hauptberuflich Golfballtaucher.

Die Teiche, Bäche oder Seen auf Golfplätzen heißen Wasserhindernisse. Über diese müssen die Spieler ihre Bälle schlagen. Aber manchmal landen die Bälle im Wasser.

Wenn die Wasserhindernisse tief sind, taucht Sascha Kruse mit einer Sauerstoffflasche. Diese trägt er in einer Weste auf dem Rücken. Über ein Mundstück bekommt er dann auch unter Wasser Luft. Er trägt außerdem einen Neoprenanzug, Taucherschuhe und eine Taucherbrille.

Sehen kann er unter Wasser trotzdem wenig. Denn beim Tauchen wühlt er Sand auf, häufig gibt es auch Algen. Dann fühlt Sascha Kruse auf dem Boden mit einer Hand nach den Bällen und wirft sie in einen Netzbeutel. „Das ist ein bisschen wie Perlensuchen“, erklärt er.

Sascha Kruse taucht jedes Jahr von März bis Mitte November. Dann spielen viele Leute Golf. Etwa zweimal die Woche fährt der Mann dafür zu verschiedenen Golfplätzen in Norddeutschland. Meist ganz früh morgens, wenn der Platz leer ist. Damit niemand beim Spielen abgelenkt wird. Und Sascha Kruse will nicht aus Versehen einen Ball gegen den Kopf bekommen. Nach dem Tauchen ist seine Arbeit noch nicht getan. Sascha Kruse verkauft die Bälle, die er findet. Leute können sie auf seiner Internetseite bestellen. Oder Golfplätze verkaufen sie in ihren Läden. Zuvor müssen die Bälle aber erst einmal sauber gemacht werden.

Liegen die Bälle lange im Wasser, lagert sich Dreck auf ihnen ab. Um diesen zu lösen, weicht Sascha Kruse sie in Wasser und Zitronensäure ein. Dann kommen sie in eine spezielle Golfball-Waschmaschine. Hier werden sie abgebürstet und mit Wasser gewaschen. Zum Schluss putzt Sascha Kruse die Bälle noch mit Seife und einem Schwamm.

Der Golfballtaucher findet aber nicht nur Golfbälle im Wasser, sondern auch Fahnen, Golfwagen und Schläger. Eine leere Kasse hatte er schon mal, daneben lag ein Damenschuh. Auch auf Tiere trifft er. „Einmal schoss mir etwas frontal gegen die Maske“, erzählt er. Das war ein Karpfen, den er aufgeschreckt hatte.

Autorin: Linda Kiowski

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