Hobby : Ballsport auf dem Besen

Beim Quidditch versuchen einige Spieler, einen Ball durch Ringe zu werfen.
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Beim Quidditch versuchen einige Spieler, einen Ball durch Ringe zu werfen.

Fans von Harry Potter ist dieses Spiel bekannt. Alle anderen wundern sich über eine verrückte Sportart: Quidditch.

svz.de von
26. September 2017, 23:20 Uhr

Auf dem Feld spielt sich eine wilde Jagd ab. Zwei Teams flitzen über den Rasen. Mehrere Bälle fliegen durch die Luft. Ein kleiner, roter Ball trifft einen Spieler. Ein größerer Ball saust durch einen Ring. Mehrere Mädchen und Jungs jubeln. Beim Rennen sitzen sie alle auf einer Art Besenstiel.

Was für eine verrückte Sportart ist das denn? Fans von Harry Potter wissen sofort Bescheid. In den Büchern und Filmen messen sich die Zauber-Lehrlinge in einem Spiel. Es heißt Quidditch. Dabei fliegen die Schüler auf ihren Besen durch die Luft. Sie schlagen magische Bälle, sammeln Punkte – und fegen ihre Gegner vom Besen.

Bei uns spielen mittlerweile sogar Erwachsene Quidditch. Bei Kindern heißt der Sport Kidditch. Nur: Die Sache mit den fliegenden Besen und den magischen Bällen ist im echten Leben schwierig. Also haben sich die Fans überlegt, wie man Quidditch ganz ohne Zauberei spielen kann. Und haben sich viele Regeln ausgedacht. „Statt auf fliegenden Besen sitzen wir auf Gymnastik-Stäben. Das macht es viel schwerer, sich zu bewegen und Bälle zu werfen“, erklärt Paula. Die 14-Jährige spielt mit ihrem Verein Kidditch. „Der kleine Ball mit dem eigenen Willen ist bei uns eine Person, die man fangen muss“, sagt sie.

Die Spieler werfen Bälle auf Tore und auf Gegenspieler, um sie kurzzeitig aus dem Spiel zu nehmen. „So entsteht eine Mischung aus Völkerball, Handball und ein bisschen Rugby“, sagt Paula. Durch die Regeln ist ein Spiel entstanden, das viel Spaß bringt – und echt anstrengend ist.

Paula ist Hüterin. Sie muss unter anderem drei Ringe verteidigen. Das sind die Tore beim Quidditch. Fliegt ein Spielball durch einen ihrer Ringe, gibt es Punkte für das gegnerische Team. Außerdem gehören Treiber, Jäger und Sucher zu einer Mannschaft. Die einen werfen Gegner ab wie beim Völkerball. Die anderen versuchen, Punkte zu machen. „Beim Quidditch sind Taktik und Treffsicherheit gefragt“, sagt Paula. Toll ist für sie auch, dass Mädchen und Jungen gemeinsam in einer Mannschaft spielen.

Wer Quidditch selbst ausprobieren will, muss kein Fan von Harry Potter sein. „Ich kenne die Bücher gar nicht“, sagt Giovanni. „Ich habe früher Handball gespielt. Aber Quidditch ist lustiger, vielseitiger.“ Noch spannender fände er, „wenn wir dabei auf echten fliegenden Besen unterwegs wären“.

Autor: Philipp Brandstädter

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