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Beruf : Aus Schnipseln wird ein Film

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ohne sie läuft beim Fernsehen nichts! Cutter machen aus Bildern, Tönen und Texten ein Ganzes, den Beitrag.

Inga Kaiser sitzt vor zwei Bildschirmen, einem kleinen Mischpult und einer bunten Computer-Tastatur. Mehr braucht sie für ihren Job nicht. Die 46 Jahre alte Frau arbeitet als Cutterin (gesprochen: katterin) beim Fernsehen.

Hier an ihrem Arbeitsplatz läuft alles zusammen. Aus den Bildern vom Kameramann, den Tonaufnahmen vom Ton-Assistenten und dem Text des Autors macht Inga Kaiser einen Fernsehbeitrag. „Als Cutter muss man ein Teamspieler sein“, sagt sie.

In ihrem Computerprogramm sieht sie das Material für den Beitrag. Oft ist es so viel, dass man daraus eine Sendung von 45 Minuten machen könnte. Doch Inga Kaisers Aufgabe ist es, daraus einen Beitrag zu machen, der etwa zwei oder drei Minuten lang ist.

Deshalb schnipselt sie die Bilder mit dem Computer auseinander und setzt sie neu zusammen. Der Autor und sie entscheiden gemeinsam, wann welche Szene zu sehen ist und wann jemand in dem Beitrag etwas sagen soll.

„Dafür muss man sich nicht nur mit dem Computer auskennen, sondern auch musikalisch sein“, sagt die Cutterin. Das heißt so viel wie: Die Bilder sollen schön passend aneinandergereiht werden, wie die Melodien bei einem guten Musikstück. Die Leute vom Fernsehen sagen dann, dass der Schnittrhythmus stimmt. Und dem Zuschauer hilft das beim Verstehen. Dafür ist es übrigens auch wichtig, dass Text und Bilder zueinanderpassen. „Ich muss genau auf den Text achten und aufpassen, dass keine Text-Bild-Schere entsteht“, erklärt Inga Kaiser. Das heißt, die Bilder dürfen nicht etwas anderes zeigen, als der Text sagt. „Wenn zum Beispiel von tollem Wetter die Rede ist, dann darf ich keine Regenwolken zeigen“, sagt die Cutterin.

Ganz schön schwierig, auf alles zu achten, denn oft muss es schnell gehen. Wenn Inga Kaiser Beiträge für eine Nachrichtensendung schneidet, hat sie manchmal nur zwei Stunden Zeit. Damit nicht genug: Wenn Inga Kaiser fertig ist, muss der Autor seinen Text auch noch passend zu den Bildern einsprechen. Das nennen die Experten Mischung. Erst dann kann der Beitrag gesendet werden.

Autorin: Katharina Heimeier

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