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Tierwelt : Auf der Suche nach Haien

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sie haben einen merkwürdigen Namen und sind fast ausgestorben: die Meerengel – auch Engelhaie genannt.

Wale sind Eva Meyers irgendwie zu schön. Und Delfine ein bisschen zu niedlich. „Haie dagegen haben etwas Geheimnisvolles. Man muss ihre Schönheit zuerst entdecken“, sagt die Forscherin.

Eva Meyers erforscht eine besondere Hai-Art: die Engelhaie. Man nennt sie auch Meerengel. Der Name hat mit der Form ihrer Flossen zu tun. Denn diese sehen ein bisschen wie Flügel aus.

Engelhaie gibt es fast überall auf der Welt. Doch in Europa sind sie beinahe ausgestorben! Im Mittelmeer zum Beispiel findet man die Tiere nur noch extrem selten. „Viele Engelhaie landen aus Versehen in den Netzen der Fischer“, erklärt die Expertin.

Aber es gibt einen Ort, wo sich noch viele Engelhaie tummeln: bei den Kanarischen Inseln im Atlantik. Etwa viermal im Jahr reist Eva Meyers dorthin, um die Tiere zu erforschen.

Gerade war Eva Meyers wieder auf so einer Reise. Im Gepäck hatte sie kleine, bunte Markierungen. Diese wurden an einigen Haien befestigt. „Das tut den Tieren aber nicht besonders weh“, sagt die Expertin.

Die Markierungen haben unterschiedliche Farben. Ein Hai, der vor der Insel Gran Canaria entdeckt wird, bekommt eine rosafarbene Markierung. Die Haie vor Lanzarote eine grüne. Auf den Markierungen ist außerdem ein kleiner Code. Jeder Hai bekommt eine eigene Nummer.

„Und jetzt kommen die Tauchschulen und die Fischer ins Spiel“, erklärt die Forscherin. Denn wenn diese einen Hai entdecken oder aus Versehen fangen, sollen sie den Code auf seiner Markierung ablesen.

Dann können sie ihn in eine Datenbank eintragen. Mit den Daten kann Eva Meyers viel über das Verhalten der Tiere herausfinden. „Eigentlich leben die Haie in Bodennähe und halten sich auch gerne im flachen Wasser auf. Dort graben sie sich im Sand ein und lauern auf Beute“, erklärt die Forscherin. Mit Hilfe der Daten will sie untersuchen, ob die Haie vielleicht doch zwischen den Inseln hin und her schwimmen – obwohl das Wasser dort zu tief ist.

Autorin: Stefanie Paul

Auf Tuchfühlung mit den Haien

Sporttaucher sind für die Arbeit der Hai-Forscher ziemlich wichtig. Denn wenn ein Taucher einen Engelhai entdeckt, soll er dessen Markierung zum Beispiel fotografieren. Dazu müssen die Taucher aber ziemlich dicht an die Tiere heran. Ist das nicht gefährlich? „Engelhaie sind sehr ruhige Tiere“, erklärt die Expertin Eva Meyers. Außerdem gibt es einen Trick: Man darf sich den Engelhaien nur von hinten oder von der Seite nähern. Aber nicht von vorne! Das mögen die Tiere gar nicht. Denn dann wird ihnen der Fluchtweg versperrt, und sie bekommen Angst.

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