Politik : Auf der Suche nach dem Wahl-Sieger

In Mecklenburg-Vorpommern wird bald der Landtag gewählt. Das Land hat eine tolle Natur und viel Küste zu bieten.
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In Mecklenburg-Vorpommern wird bald der Landtag gewählt. Das Land hat eine tolle Natur und viel Küste zu bieten.

In zwei Bundesländern wird im September gewählt. Doch woher wissen die Fachleute immer so schnell das Ergebnis? Wir haben eine Expertin gefragt.

svz.de von
31. August 2016, 23:00 Uhr

Welche Partei gewinnt die Wahl? Das ist am 4. September und 18. September in zwei Bundesländern die Frage: zuerst in Mecklenburg-Vorpommern, zwei Wochen später in Berlin. Dort wählen die Menschen, welche Politiker und Parteien im Landesparlament sitzen werden. Wahlforscher wissen am Wahltag recht schnell, welche Partei vorn liegt. Andrea Wolf ist Wahlforscherin und arbeitet bei der Forschungsgruppe Wahlen in Mannheim. Sie erklärt Heidemarie Pütz, wie es zu den schnellen Zahlen kommt.

Wahlen sind um 18 Uhr zu Ende. Schon kurz danach verkünden Experten, welche Partei vermutlich der Sieger ist. Wieso können Wahlforscher das so schnell sagen?

Andrea Wolf: Am Wahltag stehen Mitarbeiter von uns vor zufällig ausgewählten Wahllokalen in den Städten oder Gemeinden. Sie bitten Wähler, die aus den Wahllokalen kommen, einen Fragebogen auszufüllen. Da stehen die wichtigsten Fragen drauf wie „Wen haben Sie gewählt?“ und „Wie alt sind Sie?“.

Wie wählen Sie aus, wen Sie befragen?

Das ist ganz wichtig. Die Antworten sollen ja etwas über alle Leute, die in dem Bundesland zur Wahl gegangen sind, aussagen. Das nennt man repräsentativ. Deshalb werden die Menschen nach einem Zufallsprinzip ausgewählt. Zum Beispiel wird nur jeder Dritte oder Fünfte befragt, der aus dem Wahllokal kommt.

Und wie kommen Sie an die Zahlen?

Unsere Mitarbeiter sammeln diese Fragebögen den ganzen Tag über. Sie geben die Ergebnisse telefonisch nach Mannheim durch. Dort werten wir sie am Computer aus. So bekommen wir viele Antworten zusammen und können früh schon ziemlich genau sagen, wie viele zum Beispiel die CDU oder die SPD gewählt haben. Das ist die Prognose um 18 Uhr. Danach kommt die Hochrechnung.

Was ist denn eine Hochrechnung?

Für die Hochrechnung werden ausgezählte Stimmzettel verwendet. Sobald die Wahllokale geschlossen haben, zählen die Wahlhelfer die Stimmen auf den Zetteln aus. Mitarbeiter von uns sind in vielen Wahllokalen dabei und übermitteln das Ergebnis nach Mannheim. Für unsere Hochrechnung werden also ausgezählte Stimmzettel benutzt. Unsere Computer rechnen dann nach einem bestimmten Verfahren daraus ein Ergebnis für das gesamte Bundesland aus. Je mehr Wahllokale ihre Stimmen ausgezählt haben, umso genauer werden die Zahlen. Deshalb gibt es auch mehrere Hochrechnungen am Wahlabend.

Und das endgültige Ergebnis?

Das verkündet der Landeswahlleiter. Am Wahlabend gibt es ein vorläufiges Endergebnis. Dafür haben die Wahlhelfer alle Stimmzettel der Wahl ausgezählt. Bis sie damit fertig sind, können Stunden vergehen. Einige Tage später gibt es dann noch ein endgültiges Ergebnis. Dafür wird noch einmal alles durchgeguckt und überprüft. Dabei kann es dann noch klitzekleine Veränderungen geben.

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