Auf Beerenjagd im Wald

Die Heidel- oder Blaubeere ist beinahe in ganz Europa zu Hause. Die heimische Blaubeere gedeiht im Wald an niedrigen Büschen. Heidelbeeren waren schon im Mittelalter beliebt: Das farbenfrohe Obst durfte auf den Tafeln der Reichen nicht fehlen. Foto: Deike
Die Heidel- oder Blaubeere ist beinahe in ganz Europa zu Hause. Die heimische Blaubeere gedeiht im Wald an niedrigen Büschen. Heidelbeeren waren schon im Mittelalter beliebt: Das farbenfrohe Obst durfte auf den Tafeln der Reichen nicht fehlen. Foto: Deike

svz.de von
11. Juni 2012, 10:23 Uhr

"Hmm, die duften aber gut." Somaya schnuppert an den blauen Kügelchen, die prall und dicht gedrängt an den Sträuchern hängen. Die Schülerin kann sich noch gut an ihren Ausflug in den Wald erinnern, den sie im vergangenen Jahr mit Heinz Peper vom Naturschutzbund, kurz Nabu, in Hamburg gemacht hat. Sie wollten Blaubeeren pflücken.

"Wusstest du, dass man die Beeren auch Heidelbeeren oder Bickbeeren nennt?", fragte Heinz Peper. Der Naturschützer und Biologe erklärte der Schülerin alles, was sie über die kleinen Früchtchen wissen möchte: "Wenn du wilde Blaubeeren suchst, findest du sie meistens am Rand von Lichtungen. Dort wachsen sie an Sträuchern, die ungefähr 15 bis 25 Zentimeter hoch werden." Blaubeer-Sträucher mögen sandige Böden. Aber es gibt sie auch im steinigen Gebirge.

Somaya zupfte die blauen Früchte vorsichtig vom Strauch. "Zum Sammeln nimmst du am besten einen kleinen Korb oder einen Eimer, aber keine Plastiktüte. Denn darin faulen die Beeren ganz schnell", sagt der Biologe. Somaya steckte sich ein paar Blaubeeren in den Mund. "Lecker", rief sie begeistert. Heinz Peper musste lachen: "Somaya, deine Zunge und deine Zähne sind ganz blau!" Er erklärte dem Mädchen: "Das kommt vom natürlichen blauen Farbstoff, dem Anthocyan. Er sitzt bei wilden Blaubeeren in der Schale und reichlich im Fruchtfleisch." Somaya runzelte die Stirn. Bei den Blaubeeren vom Supermarkt bleiben ihre Zähne doch weiß. Die Lösung ist einfach: Im Laden werden gewöhnlich keine wilden Beeren, sondern sogenannte Kulturheidelbeeren verkauft. Kulturheidelbeeren werden extra für den Verkauf im Supermarkt gezüchtet und angebaut. Sie hängen an bis zu zwei Meter hohen Sträuchern. Auch ihre Früchte sind größer als bei den Heidelbeeren aus dem Wald - und enthalten nicht so viel Farbstoff.

"Kann man wilde Blaubeeren so direkt vom Strauch essen?", fragt Somaya. Zu Hause muss sie alle Früchte immer erst waschen, bevor sie davon naschen darf. "Meist ist das kein Problem. Aber dort, wo Füchse umherstreifen, sollte man vorsichtig sein", erklärte Heinz Peper. Denn an niedrigen Sträuchern könnten Eier des Fuchsbandwurms hängen. Die werden über Fuchskot übertragen, so der Experte. Wer die Beeren dann gleich isst, kann krank werden. Um sicher zu gehen, sollte man an solchen Stellen nicht sammeln. Somaya hatte zusammen mit dem Biologen beim Sammeln aufgepasst.

Heidelbeeren schmecken nicht nur lecker, sie sind auch sehr gesund. Sie enthalten unter anderem viel Vitamin C. Das stärkt zum Beispiel die Abwehrkräfte.

Im Supermarkt bekommt man Heidelbeeren bereits zu kaufen. Mit dem Selberpflücken muss man sich vielerorts aber noch ein paar Wochen gedulden: Im Juli sind die Früchte reif genug dafür.

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