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Auch Giraffen zittern bei Kälte

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erstellt am 26.Feb.2013 | 02:31 Uhr

Maradi, Lifti und Lucky stehen in ihrem Gehege und bibbern. Seit morgens um halb Elf sind die drei Giraffen des Schweriner Zoos bereits draußen - bei Null Grad. "Wenn sie sich bewegen, ist das aber kein Problem", sagt Katrin Otterbeck-Meyer. Nur Schnee und Glatteis können die Langbeiner nicht vertragen: „Da besteht die Gefahr, dass sie sich verletzten“, erklärt sie.

Und die Leiterin des Besucherservice kennt sich gut aus. Sie hat selbst viele Jahre als Tierpflegerin gearbeitet. "Unsere Giraffen sind auch schon recht gut an die Temperaturen hier angepasst", verrät sie. Denn keine der Drei ist in Afrika geboren worden. Lucky, der kleinste und jüngste der drei Giraffen, ist sogar im Schweriner Zoo zur Welt gekommen. Noch hat er die stattlichen fünf Meter Achtzig nicht erreicht, die Giraffen groß werden können. Trotzdem überragt er die Zebras, mit denen er sein Gehege teilt, bereits um Längen.

"Zebras und Giraffen leben auch in Afrika zusammen", sagt Katrin Otterbeck-Meyer. Deshalb teilen sie sich im Zoo ein Gehege. "Dann können sie sich miteinander beschäftigen", erklärt die Leiterin des Besucherservice. Die Giraffen fressen derzeit gemütlich getrocknete Blätter, ihr Lieblingsgericht. "Damit können wir sie gut nach draußen locken", sagt Katrin Otterbeck-Meyer und lacht. Die Rinde der Stöcke, die in einem großen Haufen neben den Blättern im Gehege liegen, funktionieren genauso wie bei Menschen das Zähneputzen. "In der Rinde sind Gerbstoffe, das ist wie als wenn wir Zahnseide benutzen", sagt die Zoo-Mitarbeiterin.

Maradi, Lifti und Lucky stolzieren anmutig um den großen Haufen aus Futter herum. Derzeit sind die Giraffen sogar aktiver als im Sommer, hat Katrin Otterbeck-Meyer festgestellt. Sie halten sich durch die Bewegung warm. "Auch Giraffen fangen nämlich bei Kälte an zu zittern, genau wie wir Menschen", erklärt die Zoo-Mitarbeiterin. Dann kümmern sich die Pfleger darum, den Tieren die Tore zum Stall zu öffnen. Hier ist es schön warm. "Im Stall herrschen so zwischen 15 und 20 Grad. Da können sie sich gut wieder aufwärmen."

Im Stall schlafen die Giraffen auch - und zwar im Liegen und nur ungefähr 20 Minuten pro Tag. Werden sie danach wieder müde, dösen die Langbeiner im Stehen, um sofort bereit zu sein, sollte Gefahr drohen. "Und dann muss man richtig aufpassen", sagt Katrin Otterbeck-Meyer. "Giraffen können zu allen Seiten austreten, nicht wie die Pferde nur nach hinten." Dann heißt es Abstand wahren: "Zwei Meter weit entfernt sollte man schon stehen, um nichts abzubekommen."

Doch obwohl der Zaun um das Giraffen-Gehege erstaunlich niedrig ist, braucht der Besucher keine Angst zu haben, einen Tritt abzubekommen." Wir haben ein ausgetrocknetes Flußbett aus großen Steinen nachgebaut, so wie es sie in Afrika gibt", sagt Otterbeck-Meyer. Das mögen Giraffen nicht durchschreiten. Es ist ihnen zu unwegsam. Deshalb bleiben die Riesen in ihrem Innengehege, fressen gemütlich und vergnügen sich mit den Zebras.

Sind die Tiere wegen zu großer Kälte im Stall, können neugierige Besucher sie auch hier sehen und den Langbeinern so sogar noch näher kommen als draußen. "Viele wundern sich, wenn sie den Tieren nah sind, wie groß die Giraffen in Wirklichkeit sind", sagt die Zoo-Mitarbeiterin.

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