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Wissenschaft : Arbeiten im Schutzanzug

In diesem besonders sicheren Labor  darf man nur in solchen Anzügen arbeiten.
In diesem besonders sicheren Labor darf man nur in solchen Anzügen arbeiten.

Keiner kann hier entkommen: Gefährliche Viren werden im Labor sicher weggesperrt.

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24. September 2018, 16:34 Uhr

Wenn Andreas Kurth zur Arbeit geht, zieht er sich erst einmal einen weißen Ganzkörper-Anzug an. Am Anzug befestigt sind Gummistiefel und Handschuhe aus Gummi. „Dieser Schutzanzug sieht so ähnlich aus wie ein Taucheranzug“, sagt er. Die Luft, die er bei der Arbeit einatmet, wird von außen in den Schutzanzug gepumpt. Der Anzug ist komplett dicht. Nichts kann darin eindringen.

Das ist wichtig, denn Andreas Kurth arbeitet in einem ganz besonderen Labor. Dort untersucht er gefährliche Viren, die heftige Krankheiten auslösen können. „Oft wissen wir nicht viel über diese Krankheiten“, sagt der Forscher. „Deshalb untersuchen wir die Erreger.“

Für die Erkrankungen, an denen Andreas Kurth forscht, gibt es noch kein Heilmittel. Wenn aber klar ist, wie ein Erreger sich im Körper verhält, dann ist es in Zukunft vielleicht einfacher, ein solches Mittel herzustellen. „Wenn ich mich mit einem der Erreger anstecken würde, wäre das Risiko groß, daran zu sterben“, sagt Andreas Kurth. Deshalb ist im Labor alles sehr sicher. Falls man mal ein kleines Loch in einem Handschuh hat, macht das aber noch nichts. Denn ständig wird Luft in den Anzug geblasen – deswegen pustet es dann aus dem Loch im Handschuh heraus und kein Erreger kann reinkommen.

Auch aus dem Labor heraus ist der Weg für die Viren versperrt. Es gibt mehrere Schleusen, also kleine Räume, die mit Türen voneinander abgetrennt sind. Wenn Andreas Kurth aus dem Labor rausgeht, stellt er sich in einer Schleuse mit dem Anzug unter eine besondere Dusche. Sie tötet Erreger ab, die außen auf dem Anzug sitzen könnten.

In der nächsten Schleuse zieht er den Schutzanzug aus. Dann zieht er auch die Laborkleidung aus und duscht noch einmal ganz normal mit Wasser. In der letzten Schleuse schließlich zieht er seine normale Kleidung wieder an.

Das Labor und die Sicherheitssysteme funktionieren sogar, wenn einmal der Strom ausfallen sollte. Dann gibt es noch ein zweites System für die Stromversorgung. Falls auch das ausfallen sollte, springt ein drittes System ein.

Sogar der Müll, der im Labor entsteht, wird ganz besonders behandelt. Auch in ihm könnten Erreger sein. Dieser Müll wird eine halbe Stunde lang sehr stark erhitzt. Danach können die Erreger keinen Schaden mehr anrichten.

Autorin: Maria Berentzen

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