Landwirtschaft : Angst vor Pest bei Schweinen

Die Schweinepest können nur Schweine bekommen.
Die Schweinepest können nur Schweine bekommen.

Wie stecken sich die Tiere an und was wird in Deutschland dagegen getan? Die wichtigsten Fragen und Antworten

svz.de von
26. Februar 2018, 23:07 Uhr

Der Name klingt gefährlich: Afrikanische Schweinepest. Das ist eine Krankheit, die Schweine tötet. Für Menschen ist sie ungefährlich. In Deutschland hat man sie noch nicht festgestellt – aber in mehreren Ländern östlich von Deutschland. Deswegen machen sich Landwirte Sorgen. Hier erfährst du einiges über die Krankheit.

Was genau ist die Afrikanische Schweinepest?

Eine Tierseuche, erklärt die Expertin Elke Reinking. Nur Schweine können sie bekommen, andere Tiere und Menschen nicht. Die Krankheit wird von einem Virus ausgelöst, also einem Krankheitserreger. Hat sich ein Schwein angesteckt, wird es sehr krank und stirbt in den meisten Fällen. Ein Mittel gegen die Krankheit gibt es bisher nicht.

Wie stecken sich Schweine mit der Schweinepest an?

Bei einem infizierten Schwein findet sich das Virus zum Beispiel im Blut, Kot oder im Speichel. Kommt ein anderes Schwein damit in Kontakt, kann es sich infizieren. Außerdem steckt das Virus auch im Fleisch. Wenn Wildschweine ungekochte Fleischreste fressen, etwa Schinken auf einem weggeworfenen Brot, können sie sich anstecken.

Warum haben Landwirte aus Deutschland Angst vor der Krankheit?

Das Virus kommt aus Afrika. Trotzdem sind viele Wildschweine in osteuropäischen Ländern infiziert, etwa in Polen. Das Virus breitet sich also aus und könnte auch nach Deutschland kommen. Wenn in einem Stall ein Schwein infiziert ist, müssten alle anderen Schweine in dem Stall getötet werden. Außerdem kaufen viele Länder kein Schweinefleisch mehr aus Deutschland, wenn es die Pest hier gäbe.

Wie ist das Virus von Afrika nach Europa gelangt?

Das Virus wurde vor mehr als zehn Jahren im Land Georgien nachgewiesen. Experten nehmen an, dass das Virus mit einem Schiff aus Ostafrika gekommen ist. Das Schiff hatte wohl Fleisch von infizierten Schweinen an Bord. Das könnte auf einer Müllhalde gelandet sein. Dort kam es vielleicht in Kontakt mit wilden Schweinen.

Was wird in Deutschland zum Schutz getan?

„Es ist ganz wichtig, möglichst schnell zu erkennen, wo das Virus vorkommt“, sagt die Expertin. Deswegen soll jedes tote Wildschwein untersucht werden. Findet ein Jäger oder ein Spaziergänger ein totes Wildschwein, soll er es den Behörden melden. Außerdem werden viele Wildschweine von Jägern getötet, obwohl sie gar nicht infiziert sind. Das liegt daran, dass es in Deutschland sehr viele Wildschweine gibt. Wenn es weniger sind, hat das Virus schlechtere Chancen, sich auszubreiten, sagen Experten. Tierschützer sind allerdings dagegen.

Autorin: Silke Katenkamp

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