USA : Anderes Land, andere Schule

    Ella vor ihrer Schule
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Ella vor ihrer Schule

Vor einem Jahr ist Ella mit ihrer Familie in die USA gezogen. Uns erzählt die 13-Jährige, wie es ist, dort zu leben.

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09. März 2016, 23:47 Uhr

Es ist halb sieben Uhr morgens. Der Wecker klingelt und ich muss aufstehen, um den Schulbus zu erwischen. Nach dem Frühstück gehe ich zur Bushaltestelle, wo bereits ein paar Kinder auf den Schulbus warten.

Die Busse sind groß und gelb, genau wie man sie aus amerikanischen Filmen kennt. „Hi“, sage ich zum Busfahrer, und er grüßt immer sehr freundlich zurück.

Dann setze ich mich hinten in den Bus, wo nur die Achtklässler sitzen. Die Julius West Middle School, die ich besuche, geht von Klasse sechs bis acht. Sie ist in Rockville. Das ist eine Stadt im Osten des Landes USA. Rockville ist eine halbe Autostunde von der Hauptstadt Washington entfernt. Wir wohnen in Rockville, weil wir für ein paar Jahre in den USA leben. Im Sommer letzten Jahres haben wir die deutsche Hauptstadt Berlin verlassen und sind nach Amerika gezogen.

Auf dem Stundenplan stehen jeden Tag genau die gleichen Kurse im gleichen Ablauf, das ist anders als in Berlin. Für mich heißt das: Science, also Naturwissenschaften, Englisch, und ESOL. ESOL ist eine Art Zusatz-Englisch für Kinder aus dem Ausland. Dann haben wir noch Schulband. Außerdem gibt es jeden Tag US-History, also die Geschichte der USA. Zudem haben wir noch Algebra, was für Mathe steht, und Sport. Die Noten fangen mit einem A für sehr gut an und enden bei einem E. Das steht für komplett ungenügend.

Morgens packe ich meine Schultasche in ein Schließfach, meinen „Locker“, und nehme nur einen superdicken Aktenordner mit, meinen „Binder“. In dem sind alle Sachen, die ich brauche, und er ist ziemlich schwer. Zwischen den Fächern muss ich mich manchmal ganz schön beeilen, weil wir Schüler zu den Lehrern in deren Kursräume müssen und die Gebäude ziemlich groß sind.

Auch wenn man da auf die andere Seite des Hauses muss, hat man nur fünf Minuten Zeit für alles. Nach der fünften Stunde gibt es eine Lunch-Pause. Ich treffe mich mit meinen Freundinnen und wir essen unser mitgebrachtes Picknick. In der Schulcafeteria gibt es ekliges Fastfood. Die amerikanischen Schulen sind ziemlich anders als die deutschen.

In den USA ist es zum Beispiel normal, dass in den Schulen Security-Leute rumstehen, die aufpassen, dass nichts passiert. Von ihnen gibt es viele. Das fühlt sich schon manchmal echt komisch an.

Um drei ist die Schule dann vorbei, und wir fahren mit dem Schulbus wieder nach Hause. Der Rest des Nachmittags besteht zum größten Teil aus Hausaufgaben. Und die dauern viel länger als in Deutschland.

Autorin: Ella Barthélémy

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