wetter : Alles so schön weiß

Mit Schwung den Hügel hinunter.
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Mit Schwung den Hügel hinunter.

So richtig Spaß macht der Winter erst, wenn es schneit.

svz.de von
12. Februar 2018, 17:00 Uhr

Die Landschaft sieht aus, als hätte ein Riese sie mit Massen von Puderzucker bestäubt. Alles ist weiß und wirkt wie verzaubert. Dann geht es los: Schlitten fahren, Schneemänner bauen und Schneebälle werfen. Wer in den Bergen ist, schnallt sich die Skier unter. Schnee ist etwas Tolles. Alles ist plötzlich viel leiser als sonst, da der Schnee den Schall dämpft. Damit es schneit, muss es in höheren Luftschichten knackig kalt sein, denn Schnee besteht aus winzigen gefrorenen Wassertropfen, die sich in den Wolken gebildet haben, den Schneekristallen.

Stark vergrößert sehen diese Schneekristalle wie Schmuckstücke aus. Je nach Temperatur nehmen sie die Form von Plättchen, Prismen oder Nadeln an. Besonders eindrucksvoll sind die wunderschönen sechseckigen Sterne. Liegt die Lufttemperatur nahe Null, werden die einzelnen Eiskristalle durch winzige Wassertropfen miteinander verklebt. Auf ihrem Weg von den sehr kalten Luftschichten am Himmel nach unten entstehen immer größer werdende Schneeflocken. Je höher die Temperaturen sind, desto größer werden sie, da die Kristalle schmelzen und zu großen Flocken verkleben. Eine hat es sogar einmal ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft: Sie war mit einem Durchmesser von 38 Zentimetern größer als ein Fußball!

Wenn es in Wintersport-Gebieten nicht genug schneit, kommen Schneekanonen zum Einsatz. Mit Hilfe eines eiskalten Luftstroms und viel Wasser stellen sie Schnee her, der auf die Pisten gewirbelt wird. Etwas anders arbeiten Eiskanonen. In ihnen werden Eisblöcke zerkleinert oder abgeschabt und die künstlichen Flocken werden mit Druckluft auf die Pisten gepustet. Beides gefällt Umweltschützern nicht, da das Verfahren viel Strom und Wasser kostet.

Wie nützlich Schnee sein kann, wissen die Inuit, die Völker in den Polargebieten. Schon vor Jahrhunderten bauten sie kuppelförmige Häuser aus Schnee, die Iglus. Heute wohnen fast alle Inuit in Siedlungshäusern. Iglus aus Schnee bauen sie sich nur noch zum Schutz, wenn sich zum Beispiel während einer Jagd das Wetter plötzlich ändert. Weil Iglus dann lebenswichtig sein können, steht in vielen Schulen der Inuit auch der Iglubau auf dem Stundenplan.

Ein Iglu muss vor allem stabil sein. Die Bausteine werden mit einer Schneesäge aus Eisblöcken zurechtgeschnitten. Wenn sie aufeinandergesetzt werden, muss alles schön glatt sein, besonders an der Decke, damit Schmelzwasser bei höheren Temperaturen nicht auf die Menschen tropft, sondern an der Wand hinunterläuft. Damit es im Inneren des Iglus überhaupt warm werden kann, müssen die Flächen zum Schlafen höher liegen, als die Oberkante des Eingangs. So kann die aufsteigende warme Luft, die durch die menschliche Wärme und kleine Heizkocher entsteht, nicht entweichen. Richtig mollig wird es im Iglu natürlich nicht, aber wenn draußen minus 45 Grad Celsius sind, sind plus fünf Grad Celsius Innentemperatur schon eine Wohltat. Ohne heißen Tee, dicke Decken und Schlafsäcke hält man es dort aber nicht lange aus.


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