Flucht : Allein in der Fremde

Viele Jugendliche kommen ganz alleine nach Deutschland.
Viele Jugendliche kommen ganz alleine nach Deutschland.

Jeden Tag kommen bei uns Jugendliche an, die aus anderen Ländern geflohen sind – ohne Eltern oder Verwandte.

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02. August 2016, 23:24 Uhr

Sie verlassen ihre Heimat. Oft machen sie sich ganz allein auf den beschwerlichen Weg nach Europa – auf der Suche nach Schutz und nach einem besseren Leben.

Jeden Tag kommen bei uns in Deutschland Jugendliche an, die aus anderen Ländern geflohen sind – ohne Eltern oder Verwandte. Fachleute sprechen auch von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen. Gestern wurden dazu Zahlen bekannt gegeben: Im vergangenen Jahr sind so viele alleinreisende junge Flüchtlinge wie noch nie nach Deutschland gekommen.

Sie fliehen, weil ihnen in ihrer Heimat Krieg, Gewalt, Armut oder andere Probleme das Leben schwer machen. Manche haben ihre Eltern verloren. Andere werden von ihren Familien nach Europa geschickt. Dort sollen sie ein besseres Leben haben als in ihrer Heimat – und wenn möglich irgendwann die anderen Verwandten nachholen.

In Deutschland kümmern sich die Jugendämter um sie. Viele junge Flüchtlinge kommen dann zum Beispiel erst einmal in spezielle Unterkünfte – bis geklärt ist, wo sie langfristig wohnen können.

Till Döring vom Jugendamt erklärt: „Man schaut zunächst, ob die Flüchtlinge Verwandte oder Bekannte in Deutschland haben.“ Die Jugendlichen könnten dann zum Beispiel in Einrichtungen in der Nähe wohnen. „Manche sind auf der Flucht mit anderen Jugendlichen gereist oder haben Freunde gefunden“, erzählt Till Döring. „Dann versuchen wir, sie zusammen unterzubringen.“

Manche Flüchtlinge kommen in Pflegefamilien. Viele wohnen in speziellen Wohngruppen. Dort kümmern sich Fachleute um sie. Sie lernen Deutsch, viele gehen nach einer Weile auch zur Schule.

Bernadette Bähr arbeitet in so einer Wohngruppe als Betreuerin. Sie erzählt: „Wir kaufen ein und kochen gemeinsam. Am Wochenende unternehmen wir auch Ausflüge und gehen etwa schwimmen.“ Nach all den schlimmen Dingen, die sie erlebt haben, sollen die Jugendlichen hier ein möglichst normales Leben führen.

Autor: Söhnke Callsen

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