zur Navigation springen

Lebensweg : Abenteuer auf der Kegelbahn

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Karl May gehört zu den berühmtesten Schriftstellern Deutschlands. Heute wäre er 175 Jahre alt geworden.

Er schrieb fantastische Geschichten. Zum Beispiel über den Wilden Westen, den mutigen Häuptling Winnetou und dessen Blutsbruder Old Shatterhand. Der Name des Autors: Karl May. Vielleicht hast du ja auch schon einmal ein Buch von ihm gelesen.

Mit seinen Erzählungen wurde Karl May weltberühmt. Von seinen Fans wurde er gefeiert wie ein Popstar. „Doch Karl May ist auch eine tragische Figur. Denn sein Leben bestand aus vielen Höhen und Tiefen. Er war nicht immer nur gefeierter Autor“, verrät Robin Leipold. Er arbeitet im Karl-May-Museum in Radebeul. Das ist eine Stadt im Bundesland Sachsen.

Karl May wuchs in einer sehr armen Familie auf. Sein Vater arbeitete als Weber. Er musste hart arbeiten und verdiente gleichzeitig nur wenig Geld. Die Familie hatte oft nicht genug zu essen. Karl und seine Geschwister mussten oft Hunger leiden. Karls Vater war auch superstreng. Die Kinder hatten Angst vor ihm. Denn sie wurden von ihrem Vater oft geschlagen. Egal, ob sie etwas angestellt hatten oder nicht. Karl war der einzige Junge. „Sein Vater wollte, dass er es später einmal besser hat. Und das ging nur über Bildung“, erklärt der Fachmann. Also musste Karl lernen, lernen, lernen. Über seinen Vater schrieb Karl May später: „Er brachte alles, was er fand, herbei. Ich musste es lesen oder gar abschreiben, weil er meinte, dass ich es dadurch besser behalten könne. Was hatte ich da alles durchzumachen! Alte Gebetbücher, Rechenbücher, Naturgeschichten, gelehrte Abhandlungen, von denen ich kein Wort verstand“, berichtete Karl May. „Ich saß ganze Tage und halbe Nächte lang, um mir dieses wüste, unnötige Zeug in den Kopf zu packen.“

Mit etwa zwölf Jahren arbeitete Karl in einem Wirtshaus. Er musste auf der Kegelbahn die Kegel wieder aufstellen und die Kugeln zurückrollen. In dem Wirtshaus gab es eine kleine Bücherei. „Das war damals üblich. Immer mehr Menschen konnten zwar lesen, sich aber keine Bücher leisten“, erklärt der Experte. Deshalb konnte man sich Bücher in der Wirtshaus-Bücherei ausleihen. Die Bücher waren oft schon zerfleddert.

Aber was es da für Bücher gab: Abenteuergeschichten von Raubrittern, Piraten und Banditen! „Diese Bücher haben Karl May in den Bann gezogen. Er war absolut besessen davon“, sagt Robin Leipold. Diese Abenteuer-Geschichten haben Karl May nicht mehr losgelassen. Und irgendwann wurde er selbst Autor von Abenteuer-Geschichten.

Autorin: Stefanie Paul

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen