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Junge Zeitung

19. Oktober 2017 | 20:25 Uhr

Kinder mussten hungern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vor rund hundert Jahren herrschte in Europa der 1. Weltkrieg / Auch die Kinder in Deutschland hatten wenig Essen

Der Tag für die Kinder begann oft frühmorgens. Doch in die Schule gingen sie erst mal nicht. Stattdessen mussten sie sich stundenlang anstellen – beim Bäcker oder in anderen Geschäften. Dort bildeten sich häufig lange Schlangen. Jeder wollte noch etwas Essen bekommen.

Das alles passierte vor fast genau hundert Jahren, hier bei uns in Deutschland. Im Jahr 1914 war in Europa ein großer Krieg ausgebrochen, der 1. Weltkrieg. Viele deutsche Soldaten zogen los. Das bedeutete: Die Kinder blieben mit ihren Müttern allein zu Hause.

Viele Mütter arbeiteten lange, um die Familie zu versorgen. „Das war nicht immer einfach und die Mama wollte auch mal was essen“, erzählte vor Kurzem eine alte Frau einer Zeitung. Auch die Kinder mussten mithelfen, Essen zu besorgen.

Die Frau war damals noch ein Mädchen. Besonders erinnert sie sich an das Schwarzbrot von damals: „Das war scheußliches Zeug, das klebte an der Zunge, wenn man da reingebissen hat.“ Lebensmittel waren zu dieser Zeit knapp. Das hatte mehrere Gründe: Viele Bauern waren als Soldaten im Krieg. Und Deutschland gab viel Geld aus, zum Beispiel für Waffen. Außerdem verhinderten die Gegner von Deutschland teilweise, dass wichtige Waren ins Land geliefert werden konnten. Lebensmittel etwa, aber auch Gas, Gummi und Leder.

Das Gummi brauchte man zum Beispiel für Fahrradreifen. Wer trotzdem Fahrrad fahren wollte, musste sich häufig etwas Neues ausdenken. Zum Beispiel einen Fahrradreifen, an dem Metallfedern befestigt waren.

Noch schlimmer war das fehlende Leder. Denn aus Leder sind zum Beispiel viele Schuhe gemacht worden. „Es gab in vielen Gegenden Schüler, die barfuß zur Schule gekommen sind“, erklärt ein Fachmann. Neue Anziehsachen bekamen die Kinder damals kaum.

Besonders im Winter machten die Menschen in Deutschland eine harte Zeit durch. Weil es so wenig Essen gab, spricht man heute auch von Hungerwintern.

Hinzu kam: In den Wintermonaten war es teilweise bitterkalt. Doch in manchen Schulen lief die Heizung nicht. Die Schüler froren, manchmal durften sie auch zu Hause bleiben. Vorbei war der Krieg erst nach vier Jahren.

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