Tierwelt : Im Sturzflug am schnellsten

Wanderfalke
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Der Wanderfalke hält den Rekord als schnellstes Tier der Welt – mit einem besonderen Trick

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31. Juli 2014, 17:10 Uhr

Er saust durch die Luft. Der Wanderfalke ist so schnell unterwegs, dass unsere Augen ihm kaum folgen können. Das gilt nicht, wenn er friedlich über den Boden hüpft oder gemütlich durch die Luft segelt, aber wenn er am Himmel auf Beutejagd geht. Dann hat dieser Greifvogel eine besondere Methode, um ein Supertempo zu bekommen.

„Er hat kräftige, kleine Flügel. Damit kann er Fahrt aufnehmen und im Jagdflug rasant beschleunigen“, sagt der Fachmann Ulrich Lanz. Er arbeitet beim Landesbund für Vogelschutz in Bayern.

Der Wanderfalke kreist einige Hundert Meter über der Erde. Dann setzt er zum Spurt an. „Er nimmt in der Luft sehr lange und kräftig Anlauf – und stürzt sich mit einer Supergeschwindigkeit abwärts“, sagt der Experte. Dabei klappt der Wanderfalke die Flügel an den Körper. In so einem Sturzflug entwickelt der Vogel ein rasendes Tempo. „Sein Körper hat eine Tropfenform. Er ist stromlinienförmig“, sagt Ulrich Lanz. Das bedeutet: Die Luft strömt an seinem Körper ohne großen Widerstand vorbei. „Deshalb gleitet er so leicht durch die Luft.“

Wie schnell genau Wanderfalken durch die Luft sausen, ist nicht ganz sicher. Fachleute wie Peter Wegner sagen, dass es im normalen Flug rund 100 Kilometer pro Stunde sind. Ungefähr so schnell ist auch ein Gepard, wenn er rennt. Der Gepard ist das schnellste Tier an Land. Aber eben nicht in der Luft.

Ein Wanderfalke im Sturzflug hat deutlich mehr Tempo. „Da kommt er auf mehr als 200 Kilometer pro Stunde“, sagt Peter Wegner. Das ist schneller als mancher Raser auf der Autobahn. Einige Experten sprechen bei Wanderfalken auch von 300 Kilometern pro Stunde. Das Tempo wird meist mithilfe einer Kamera gemessen. Sie filmt das Tier im Sturzflug. Daraus wird dann die Geschwindigkeit berechnet.

„Bei einem Wanderfalken wurde sogar mal ein Tempo von mehr als 400 Kilometern pro Stunde gemessen“, erzählt Peter Wegner. Dabei sei der Vogel aber senkrecht nach unten geschossen. „So etwas machen Wanderfalken selten“, so der Fachmann. Meist fliegt der Vogel leicht schräg auf seine Beute zu. Und ist dann immer noch schneller als alle anderen.

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