zur Navigation springen

Das Thema : Im Schlaflabor verkabelt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Heute ist der Tag des Schlafes / Zwei Mädchen werden im Kinderschlaflabor in Neubrandenburg überwacht

Maxi hat ihre drei Kuscheltiere mit ins Krankenhaus genommen, sogar ihr Hello-Kitty-Kissen. Sie muss die ganze Nacht im Klinikum in Neubrandenburg schlafen, weil die Ärzte dort ihren Schlaf überwachen. Im Zimmer nebenan liegt Laura, die auch verkabelt wird von Kopf bis Fuß.

„Wir können durch die Kabel und über einen Computer jederzeit sehen, wie tief und fest die beiden schlafen“, erklärt die Chefin des Kinderschlaflabors Peggy Hanff. Der Computer kann in der Nacht zeigen, ob Laura und Maxi durch die Nase oder den Mund atmen, ob ihr Herz langsam oder schnell schlägt, ob sich ihre Beine bewegen und ob sie tief oder weniger tief schlafen. Was er nicht sehen kann? Ihre Träume natürlich.

Dabei haben die Mädchen mehr als zwanzig Kabel am Körper und das ist mächtig unbequem. Sie müssen sich erst daran gewöhnen, aber wenigstens schlafen ihre Mütter bei ihnen im Zimmer. Doch die beiden Mädchen sind auch nicht aus Spaß ins Krankenhaus gekommen. „Viele Kinder schlafen nachts schlecht und sind dadurch am Tag nicht richtig wach“, so Peggy Hanff. Und die Gründe für unterbrochenen oder schlechten Schlaf sind sehr vielfältig. Manche schnarchen, manche zappeln, manche haben sogar Krämpfe, manche haben Alpträume.

Bei Maxi haben die Ärzte aber nichts herausgefunden, obwohl sie sogar zwei Nächte überwacht wurde. Bei Laura vermuten die Mediziner Krampfanfälle, die sie nur nachts bekommt und durch die sie immer wieder aufwacht. „Und wenn wir das wissen, haben wir schon fast gewonnen“, sagt die Oberärztin.

Am gestörten Schlaf und seinen Ursachen sei nämlich besonders gemein, dass die Kinder oder Eltern selten davon berichten, weil sie es entweder nicht wissen oder morgens vergessen haben. Nun können alle möglichen Spezialisten im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum über Laura und ihre nächtlichen Attacken miteinander sprechen und ihr gemeinsam helfen. Und das alles nur, weil der Computer im Schlaflabor ihre Krankheit erkannt hat.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen