Tiere : Im Krankenhaus für Tiere

Die Halsmanschette verhindert, dass der  Yorkshire-Terrier an  seiner Wunde leckt.
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Die Halsmanschette verhindert, dass der Yorkshire-Terrier an seiner Wunde leckt.

In der Poliklinik für kleine Haustiere in Berlin sind die Tierärzte rund um die Uhr für ihre Patienten da

svz.de von
04. März 2014, 15:29 Uhr

Eine Katze hat einen Legostein verschluckt. Ein Kaninchen hat schlimmes Zahnweh, und ein alter Dackel braucht ein künstliches Hüftgelenk. 20 Tierärzte sitzen in der Poliklinik für Kleintiere in Berlin um einen großen weißen Tisch herum und reden über ihre Patienten. Sie sprechen von Blutwerten, vom Herz-Rhythmus, vom Körper-Gewicht – und benutzen dabei lauter lateinische Begriffe und Abkürzungen. Diese Fachsprache verstehen wohl nur Tierärzte.

Es ist acht Uhr morgens. In der Tierklinik beginnt jeder Arbeitstag mit Visite. In ihren langen weißen Kitteln gehen die Ärzte durch die Gänge der Klinik und schauen sich die Hunde und Katzen an. Eine Ärztin macht Notizen auf einem Klemm-Brett. Der Kollege neben ihr kaut nachdenklich auf seinem Kuli herum. Die vierbeinigen Patienten gucken traurig aus ihren Käfigen zurück.

Kater Puma trägt einen Trichter um den Hals. „Den müssen wir dran lassen“, sagt eine Ärztin. „Sonst leckt er an seiner Wunde. Und die verheilt dann nicht.“ An jedem Käfig hängt eine Liste. Darauf notieren die Ärzte, was dem Tier fehlt, welche Behandlungen es schon hinter sich hat und wie es weitergehen soll. So können die vielen Katzen und Hunde auf der Station nicht verwechselt werden.

Dann teilen sich die Ärzte auf. Manche müssen operieren, manche kümmern sich um die Tiere in den Käfigen, manche haben Sprechstunde. „Jeden Tag Notfälle, dazu die Tiere auf der Station - wir sind ständig beschäftigt“, sagt die Ärztin Bärbel Rühe.

Auf einem Tisch im Behandlungszimmer müssen gleich zwei Pfleger den Berner Sennenhund Peter festhalten. Auch sein Frauchen muss mithelfen. Denn Peter hat ganz schön Kraft und überhaupt keine Lust, sich Blut abnehmen zu lassen. Eine Ärztin setzt die Scher-Maschine an und rasiert Peter ein bisschen Fell ab. Dann pikst sie in eine Vene in Peters Hinterbein. Peter zittert und winselt. Aber es ist ja nur zu seinem Besten.

Und so vergehen die Stunden im Tierkrankenhaus. Die Ärzte werden langsam müde, aber das Wartezimmer wird nicht leerer. Denn Berlin ist eine große Stadt mit vielen Leuten. Da gibt es viele Tiere zu behandeln, die sich im Haus oder auf der Straße verletzt haben oder krank werden. Dann müssen die Tierärzte zur Stelle sein.

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