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Wer war martin Luther : „Ich kann nicht anders“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Morgen ist Reformationstag. Vor rund 500 Jahren entstand die Evangelische Kirche.

Am 31. Oktober, dem Reformationstag, haben Kinder in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schulfrei. Hier ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag. Der Begriff kommt vom lateinischen reformatio = Erneuerung, Wiederherstellung.

Vor 500 Jahren gehörten alle Christen der katholischen Kirche an, mit dem Papst als Oberhaupt. So auch Martin Luther, der 1483 in Eisleben geboren wurde. Als Martin einmal von einem Gewitter überrascht wurde, geriet er in Todesangst. Er versprach, wenn er gerettet würde, Mönch zu werden. Er trat ins Augustinerkloster in Erfurt ein und ließ sich dort 1507 zum Priester weihen. Studierte Theologie (Lehre von Gott), Griechisch und Hebräisch. Und lehrte 1512 als Professor an der Universität von Wittenberg.

Es störte ihn, dass die kirchlichen Herrscher wie die Fürsten in Prunk lebten. Außerdem verkaufte die Kirche den Menschen Ablassbriefe. Dadurch sollten deren Sünden vergeben werden. Mit dem Geld finanzierten die Kirchenmänner Bauten.

Martin Luther hatte die Bibel genau gelesen und sagte, dass man Seelenheil nur durch den Glauben an Gott bekäme. Er wünschte sich eine Erneuerung der Kirche. So veröffentlichte er 1517 95 Behauptungen (Thesen). Manche meinen, er habe diese Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg genagelt. Aber das ist ungewiss. Jedoch erregten seine Sätze großes Aufsehen. Johannes Gutenberg hatte grade den Buchdruck erfunden. So konnten Luthers aufregende Ideen in großer Zahl gedruckt und verbreitet werden. Viele Fürsten schlossen sich seiner Meinung an. 1521 musste Luther sich auf dem Reichstag in Worms vor Kaiser Karl V. rechtfertigen. Er sollte seine Thesen widerrufen. Doch er sagte „Hier stehe ich und kann nicht anders.“ Der Kaiser erklärte ihn daraufhin zum Feind des Reiches. Der Papst hatte ihn schon vorher exkommuniziert (ausgeschlossen).

Luther wurde als vogelfrei bezeichnet. Jeder konnte ihn ohne Strafe töten. Niemand durfte ihm Unterschlupf geben. Doch es gab Fürsten, die auf Luthers Seite waren. Friedrich, der Weise, Kurfürst von Sachsen, entführte Luther auf die Wartburg bei Eisenach. Hier versteckte er sich unter falschem Namen. Als Junker Jörg übersetzte er die Bibel. Die war bisher nur in lateinisch, griechisch oder auf hebräisch geschrieben. Wenige konnten die Bibel verstehen. Einmal konnten nur sehr wenige lesen. Zum anderen sprachen die Menschen auch viele Dialekte. Luther schrieb die Bibel in einer neuen hochdeutschen Sprache. So sollte jeder die Schrift verstehen können.

Niemals wollte er eine Trennung der Kirche. Doch, da Papst, Bischöfe, Kaiser und Fürsten am Alten festhielten, kam es zur Spaltung. Somit ist der 31. Oktober, der Reformationstag, als Geburtstag der Evangelischen Kirche vor rund 500 Jahren zu sehen.




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